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Die Johanniter-Heilstätte bei Sorge im Harz blickt auf eine bewegte und beeindruckende Geschichte zurück.
1895 ermöglichte eine Spende von Werner von Seebach den Bau der Heilstätte auf einem ca. 112.000m² großen Grundstück am Ochsenberg. Die Architekten Heino Schmieden und Julius Boethke planten das markante Granitgebäude, dessen Bau durch die felsige Lage anspruchsvoll war.
Am 26. Juni 1902 wurde die Heilstätte feierlich eröffnet, anwesend war auch Prinz Albrecht von Preußen. Ab August 1902 wurden die ersten Patientinnen aufgenommen. Die Klinik war dank Chefarzt Hans Pigger, der bis 1940 zahlreiche innovative Behandlungsmethoden einführte, eines der modernsten Zentren für Lungenheilkunde in Deutschland. Ausstattung mit damaligen medizinischen Neuheiten wie Röntgen- und Pneumothorax-Apparaten machte sie zur Vorzeigeeinrichtung.
In den 1920er und 1930er Jahren erfolgten mehrere Erweiterungen: u.a. OP-Räume für die Thoraxchirurgie (1927), zusätzliche Patienten- und Schwesternzimmer. Die Bettenkapazität stieg von anfänglich 60 auf 180.
Nach dem Tod von Hans Pigger übernahm Volker Grosse die Leitung. Die Heilstätte bot auch Bürgern mit geringem Einkommen Zugang zu moderner Behandlung.
Mit sinkenden Lungenkrankheiten ab den 1950er Jahren wurden ab 1962 auch männliche Patienten aufgenommen.
1967 musste die Klinik ihre ursprüngliche Tätigkeit abrupt beenden. Die Bezirksregierung Magdeburg löste den Heilstättenbetrieb zum 31. Dezember 1967 auf. Fortan wurde das Gelände von der Nationalen Volksarmee (NVA) als Kurheim genutzt – ab 1968 mit 150 Plätzen nun für Armeeangehörige aller Dienstgrade, vom Unteroffizier bis zum General.
Die Klinik lag im Sperrgebiet nahe der innerdeutschen Grenze und war mit einem Sicherheitszaun geschützt. Ab 1986 konnten auch Bürger aus der Umgebung zur Kur eingewiesen werden.
Heute kann man am Tor warten und nach kurzer Zeit kommt jemand und man wird für kleines Geld eingelassen und darf sich das Gelände ansehen.