Information
Die Chemisch-Pharmazeutische Fabrik Göppingen Carl Müller wurde 1921 vom Apotheker Carl Müller gegründet und entwickelte sich aus seiner Arbeit in der Mauch’schen Apotheke, bereits dort stellte er in größerem Umfang homöopathische Arzneimittel her.
Der erste Teil des heutigen Fabrikgebäudes entstand 1925, weil die ursprünglichen Produktionsräume bald nicht mehr ausreichten. 1936 kam ein Erweiterungsbau mit Maschinenräumen, Büros, Lager und Labor hinzu.
Beim Bombenangriff auf Göppingen am 1. März 1945 wurde das Gebäude zu großen Teilen zerstört. In der Nachkriegszeit wurde der Betrieb wieder aufgebaut und später von der nächsten Familiengeneration weitergeführt.
Das Unternehmen konzentrierte sich vor allem auf homöopathische und pflanzliche Arzneimittel. Ein wichtiger Einschnitt war 2002 der Widerruf der Zulassung für Kava-Kava-Arzneimittel durch das BfArM, was das Unternehmen in eine schwere Krise brachte.
1956 wurden die Unternehmensbereiche getrennt; homöopathische Einzelarzneimittel und Spagyrik gingen in die Tochterfirma Staufen-Pharma über. Die Firma blieb familiengeführt und bestand später unter dem Namen Müller Göppingen weiter, bis die Geschäftstätigkeit 2015 eingestellt werden sollte.
Für die Orts- und Industriegeschichte Göppingens ist die Firma ein gutes Beispiel für den Wandel von einer apothekenbasierten Spezialitätenproduktion zu einem familiengeführten Pharmaunternehmen mit starker Ausrichtung auf Natur- und Homöopathiepräparate.
Quellen:
20.05.2026 https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/pharma-unternehmen-mueller-goeppingen-muss-schliessen