Information
Das Jägerhaus am Kehr in Göttingen war über Jahrzehnte ein beliebtes Ausflugsziel und eine traditionsreiche Gaststätte mit deutscher Küche. Es lag am Waldrand im gleichnamigen Naherholungsgebiet „Kehr“, das schon seit dem 19. Jahrhundert Spaziergänger und Touristen anzog. Hier befanden sich früher bereits Schankwirtschaften wie „Kochs Lust“ oder „Lutzenslust“, die mit Tanz, Musik und Aussicht warben.
Das heutige Jägerhaus entstand 1953 durch den neu gegründeten Verein „Jägerhaus am Kehr e.V.“. Mit rund 20.000 DM, finanziert aus Zuschüssen und Spenden, wurde zunächst ein Schießstand mit Aufenthaltsraum errichtet, noch ohne Schankerlaubnis. Erst durch spätere Erweiterungen wie einen Anbau und einen Kellerraum, entwickelte sich das Haus zu einer Gaststätte. Der Verein prägte den Betrieb lange, bis er 2009 mit der Jägerschaft Göttingen fusionierte.
Viele Jahre war das Jägerhaus für seine gutbürgerliche Küche wie Schnitzel und Matjes bis zu Wildgerichten bekannt. Die Gäste schätzten nicht nur die Speisen, sondern auch die idyllische Lage. In unmittelbarer Umgebung lockten das Wildgehege, eine Reitanlage, Rundwege und Aussichtspunkte wie der Bismarckturm. So verband sich im Jägerhaus die Tradition jagdlicher Geselligkeit mit der Kultur einer Göttinger Ausflugsgaststätte.
Heute ist das Restaurant dauerhaft geschlossen. Das Gebäude bleibt ein Zeugnis der lokalen Vereins- und Gastronomiegeschichte und reiht sich ein in die lange Tradition der Gaststätten am Kehr.