Information
Das FDGB-Ferienheim Fritz Heckert in Gernrode war der erste Neubau im DDR-Tourismus und dient als markantes Beispiel für industrielle Erholungsarchitektur. Es wurde nach dem KPD-Politiker Fritz Heckert benannt und steht heute als denkmalgeschütztes Ruinenobjekt vor einer Revitalisierung.
Das Gebäude entstand 1952–1954 im Stil der Klassischen Moderne nach Plänen des halleschen Büros Maedecke, inspiriert vom Berliner Olympischen Dorf von 1936, und bot Platz für 147 Gäste mit modernen Annehmlichkeiten wie Bädern und Freizeiträumen. Es wurde am 11. Juli 1954 eröffnet, 1959 auf einer DDR-Briefmarke gezeigt und 1969 um ein Bettenhaus sowie Gaststätte erweitert, der FDGB organisierte hier Erholungsaufenthalte für Arbeiterfamilien. Nach der Wende schloss es 1990, verfiel als Lost Place und wurde 1998 teilweise abgerissen – ein typisches Schicksal ostdeutscher Industrie- und Erholungsstätten.
Das verfallene Äußere des Ferienheims thront isoliert im Harzwald und zieht Urbex-Interessierte an, wie in Dokumentarfilmen wie „Vergessen im Harz II“ (2016) porträtiert.
Seit Juli 2021 ist die Immobilie an Berliner Investoren (IBG-Gruppe) verkauft; geplant ist eine Kernsanierung mit Ferienapartments, Eigentumswohnungen, Sport-, Wellness- und Gastronomieeinrichtungen für bis zu 600 Betten. Bauarbeiten sollen 2026 starten und bis 2028 die Eröffnung als ganzjähriges Touristenziel ermöglichen, unter Erhalt des Hauptgebäudes als Baudenkmal. Aktuelle Berichte aus Februar 2026 bestätigen Vorbereitungen, trotz des maroden Zustands.
Quellen:
01.05.2026 https://de.wikipedia.org/wiki/FDGB-Ferienheim_Fritz_Heckert
01.05.2026 https://m.bild.de/regional/sachsen-anhalt/sachsen-anhalt-news/marodes-fritz-heckert-areal-ddr-ferienheim-im-harz-wird-luxus-ressort-84006508.bildMobile.html
01.05.2026 https://www.verlassenes.de/ferienheim
01.05.2026 https://www.harzer-roller.de/aktuelles/lost-place-im-harz-baustart-fuer-millionenprojekt-am-heckert-in-gernrode