Information
Die ehemalige NATO-Kaserne in Grefrath, auch als Camp Benelux bekannt, wurde Anfang der 1960er Jahre erbaut und 1969 in Betrieb genommen4. Sie diente als belgischer NATO-Standort und beherbergte etwa 800 Soldaten4. Die Anlage bestand aus 15 Gebäuden, die ringförmig um ein mehrstöckiges Hauptgebäude angeordnet waren4.
Die Kaserne war Teil des Nike-Flugabwehrraketensystems, das während des Kalten Krieges in Westdeutschland stationiert war4. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, im Falle eines Angriffs feindliche Raketen abzufangen. Die Abwehrraketen wurden in einem nahegelegenen Depot in der Wankumer Heide gelagert und konnten bei Bedarf abgefeuert werden4.
Belgische Einheiten wie die 9e Wing und das 56. Squadron des 9e Wing waren hier stationiert4. Zudem waren amerikanische Einheiten wie die 507th USAAD vor Ort, die für die Verwaltung und Sicherung der Atomsprengköpfe zuständig waren14.
Nach dem Ende des Kalten Krieges übergaben die belgischen Streitkräfte 1992 das Gelände an die USA, die es bis 1995 nutzten4. Seitdem steht die Kaserne leer und gilt als Lost Place. Es gab verschiedene Pläne für eine Nachnutzung, darunter die Einrichtung einer Justizvollzugsanstalt, die jedoch aufgrund von Bürgerprotesten verworfen wurden4.
Seit 2011 gehört das Areal einer Immobiliengesellschaft aus Menden4. Trotz verschiedener Vorschläge zur Umnutzung, wie die Installation von Photovoltaikanlagen oder die Errichtung eines Wohn- und Pflegezentrums, blieben konkrete Pläne bisher aus4.
Aktuell nutzt das DRK Grefrath eine große Halle im Osten des Geländes als Unterstand und Lagerplatz für Fahrzeuge4. Der Zustand der Gebäude verschlechtert sich zusehends, da keine regelmäßige Instandhaltung stattfindet. Die verlassene Kaserne steht als stilles Zeugnis des Kalten Krieges und erinnert an eine Zeit, in der die Bedrohung eines nuklearen Konflikts allgegenwärtig war.