Information
Das VEB Eisenwerk Zwickau war ein bedeutender Industriebetrieb der DDR und spielte eine wichtige Rolle in der Schwer- und Fahrzeugindustrie. Seine Ursprünge reichen bis etwa 1900 zurück, als im Zwickauer Stadtteil Pölbitz eine private Eisengießerei gegründet wurde. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Weltwirtschaftskrise wurde der Betrieb zunächst stillgelegt, jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg unter sowjetischer Verwaltung wieder aufgebaut.
Ab 1948 entwickelte sich das Werk zu einem volkseigenen Betrieb (VEB) und spezialisierte sich zunehmend auf die Produktion von Eisengussteilen. Besonders in den 1970er Jahren wurde das Werk modernisiert und stärker auf die Bedürfnisse der DDR-Industrie ausgerichtet. Es stellte unter anderem Motorblöcke, Getriebegehäuse sowie Komponenten für Maschinen und Fahrzeuge her. Diese Produkte wurden beispielsweise für Lastkraftwagen und Traktoren eingesetzt, die in der DDR weit verbreitet waren.
Mit rund 350 Beschäftigten und einer jährlichen Produktionsmenge von etwa 13.000t Eisen gehörte das Werk zu den wichtigen Zulieferbetrieben der ostdeutschen Industrie. Durch Erweiterungen und technische Neuerungen, wie den Bau eines Elektroschmelzwerks in den 1980er Jahren, konnte die Effizienz weiter gesteigert werden.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands geriet das Eisenwerk jedoch in eine wirtschaftliche Krise. Der Wegfall staatlicher Aufträge und der Konkurrenzdruck führten zu einem drastischen Rückgang der Produktion. Trotz Privatisierungsversuchen konnte sich der Betrieb nicht langfristig behaupten und wurde 1996 endgültig geschlossen.
Heute ist das ehemalige Werksgelände eine Industriebrache.
Quellen:
2026-03-19 https://www.industrie-kultur-ost.de/datenbanken/online-ruinen-datenbank/veb-eisenwerke-zwickau
2026-03-19 https://www.geocaching.com/geocache/GC1BPWH
2026-03-19 https://www.geocouch.de/beitrag/lost-place-veb-eisenwerk-zwickau-aka-zwickauer-fackel