Information
Das ehemalige Munitionslager in Doberlug-Kirchhain hat eine bewegte Geschichte und ist heute ein faszinierender Lost Place. Ursprünglich wurde das Gelände in den 1940er Jahren als Schacht Kirchhain I zur Erkundung einer Anthrazitlagerstätte genutzt. Nach der Einstellung des Kohleabbaus übernahm die Nationale Volksarmee (NVA) das Areal und baute es zu einer Garnison aus. Hier wurden Artillerie- und Raketenlager sowie Reparaturwerkstätten eingerichtet. Während der Wehrmachtzeit befanden sich auf dem Gelände unterirdische Beschussanlagen zur Erprobung von Munition und Waffen, die später von der Sowjetarmee weitergenutzt wurden.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm die Bundeswehr das Gelände, das als Lausitz-Kaserne bekannt wurde. Bis 2006 war hier das Fallschirmjägerbataillon 373 stationiert. Nach dessen Verlegung wurde ein Großteil der Kaserne einer zivilen Nutzung zugeführt, darunter auch als Flüchtlingsunterkunft.
Heute sind viele Gebäude verlassen und verfallen langsam. Das Gelände umfasst Betonbunker, Laborgebäude und ehemalige Kameradschaftsräume, die teils noch Relikte ihrer früheren Nutzung zeigen. Besonders bemerkenswert sind die unterirdischen Anlagen und die sowjetischen Baukunstwerke wie Springbrunnen und Badeanstalten, die einen Einblick in die militärische Vergangenheit bieten.