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Das Sanatorium am Steierberg wurde von 1896 bis 1898 im Auftrag der Norddeutschen Knappschafts-Pensionskasse zu Halle an der Saale errichtet. Der Entwurf stammte vom Architekten Gustav Hasse. Am 1. Juni. 1898 wurde die Knappschafts-Heilstätte eröffnet. Sie diente zunächst der Behandlung von Bergleuten mit Lungenkrankheiten, die in der klaren Harzer Luft Heilung finden sollten.
Während der beiden Weltkriege wurde das Gebäude als Lazarett genutzt. Auch nach 1945 diente die Einrichtung in der Sowjetischen Besatzungszone weiterhin der Versorgung von Lungenkranken. Ende der 1960er Jahre erfolgte eine Umwandlung zum Rehabilitationszentrum für Querschnittgelähmte, was der Lage nahe der innerdeutschen Grenze geschuldet war.
Nach der Wiedervereinigung wurde das traditionsreiche Gebäude weiterhin genutzt. Es entsprach jedoch nicht mehr den Anforderungen moderner Kliniken. Schließlich zog die Einrichtung 1997 in einen Neubau im selben Ort um. Das alte Sanatorium wurde endgültig geschlossen und steht seitdem leer. Bis heute ließ sich keine Nachnutzung verwirklichen. Der fortschreitende Verfall macht entsprechende Pläne zunehmend unwahrscheinlich, da einige Teile des Gebäudekomplexes durch Sturmschäden eingestürzt, oder bereits abgetragen sind.
Neben dem Sanatorium am Steierberg gab es in Sülzhayn weitere Einrichtungen, darunter das Sanatorium „Erholung“. Auch eine geplante Heilstätte auf der Rottwiese wurde diskutiert, aber nie verwirklicht. Das Sanatorium am Steierberg steht heute für die regionale Medizingeschichte und den gesellschaftlichen Wandel vom Kaiserreich bis in die Zeit nach der Wiedervereinigung.