Information
Bereits vor der Nutzung als Kunstharzfabrik wurde das Gelände industriell genutzt. An dieser Stelle befand sich zunächst eine Färberei, die später in einen Betrieb für Lacke und Farben überging. Damit verfügte der Standort schon früh über eine Verbindung zur chemischen Verarbeitung von Rohstoffen, die im weiteren Verlauf seiner Geschichte fortgeführt wurde.
In der DDR wurde der Standort schließlich zu einem Betrieb der chemischen Industrie weiterentwickelt. Unter der Bezeichnung „VEB Kunstharze Mattstedt“ wurden dort synthetische Harze produziert, die vor allem als Grundstoffe für Lacke, Farben, Beschichtungen und Klebstoffe dienten. Damit war das Werk Teil einer Produktionskette, die verschiedene Industriezweige belieferte und für die regionale Wirtschaft von Bedeutung war. Aufgrund der Größe des Ortes handelte es sich vermutlich um einen kleineren bis mittelgroßen Betrieb, der schätzungsweise etwa 50 bis 150 Arbeitsplätze bot.
Nach der politischen Wende 1990 veränderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Der Betrieb sah sich plötzlich mit einer offenen Marktwirtschaft konfrontiert und musste mit deutlich größeren und moderneren Unternehmen konkurrieren. Die vorhandene Produktion war technisch nur eingeschränkt wettbewerbsfähig und erforderte hohe Investitionen zur Modernisierung. Gleichzeitig brachen traditionelle Absatzstrukturen weg, sodass die Kunstharzfabrik zunehmend unter Druck geriet. In der Folge wurde der Betrieb aufgegeben, da ein Weiterbetrieb nicht mehr rentabel war.
Heute gilt das Gelände als Industriebrache mit historischer Vergangenheit im Weimarer Land. Zwar gab es Diskussionen über eine mögliche Nachnutzung oder eine Renaturierung, doch konkrete Vorhaben wurden bislang nicht realisiert.
Quellen:
10.04.2026 https://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat_Lacke_und_Farben?
10.04.2026 https://de.wikipedia.org/wiki/Mattstedt?