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Kunstharzfabrik
Mattstedt
17253
51.0553, 11.5073
Bewertung: 4.3
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Information
Bereits vor der Nutzung als Kunstharzfabrik wurde das Gelände industriell genutzt. An dieser Stelle befand sich zunächst eine Färberei, die später in einen Betrieb für Lacke und Farben überging. Damit verfügte der Standort schon früh über eine Verbindung zur chemischen Verarbeitung von Rohstoffen, die im weiteren Verlauf seiner Geschichte fortgeführt wurde.

In der DDR wurde der Standort schließlich zu einem Betrieb der chemischen Industrie weiterentwickelt. Unter der Bezeichnung „VEB Kunstharze Mattstedt“ wurden dort synthetische Harze produziert, die vor allem als Grundstoffe für Lacke, Farben, Beschichtungen und Klebstoffe dienten. Damit war das Werk Teil einer Produktionskette, die verschiedene Industriezweige belieferte und für die regionale Wirtschaft von Bedeutung war. Aufgrund der Größe des Ortes handelte es sich vermutlich um einen kleineren bis mittelgroßen Betrieb, der schätzungsweise etwa 50 bis 150 Arbeitsplätze bot.

Nach der politischen Wende 1990 veränderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Der Betrieb sah sich plötzlich mit einer offenen Marktwirtschaft konfrontiert und musste mit deutlich größeren und moderneren Unternehmen konkurrieren. Die vorhandene Produktion war technisch nur eingeschränkt wettbewerbsfähig und erforderte hohe Investitionen zur Modernisierung. Gleichzeitig brachen traditionelle Absatzstrukturen weg, sodass die Kunstharzfabrik zunehmend unter Druck geriet. In der Folge wurde der Betrieb aufgegeben, da ein Weiterbetrieb nicht mehr rentabel war.

Heute gilt das Gelände als Industriebrache mit historischer Vergangenheit im Weimarer Land. Zwar gab es Diskussionen über eine mögliche Nachnutzung oder eine Renaturierung, doch konkrete Vorhaben wurden bislang nicht realisiert.

Quellen:

10.04.2026 https://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat_Lacke_und_Farben?
10.04.2026 https://de.wikipedia.org/wiki/Mattstedt?
Comments
DE 6
KeyCee
08.06.2026
auf jeden Fall zu empfehlen
Lostpictures
03.06.2026
Wir waren am 01.06.26 vor Ort. Einfacher Zugang wie beschrieben. Innen noch sehr viel zu sehen. Super Spot für Fotos. Es sind noch einige Motive vorhanden. Die hinteren Hallen sollten gemieden werden. Diese werden als Lagerhallen verwendet. Insgesamt ein schöner Stop auf unserer Tour.
Maddin6616
17.05.2026
Wir waren heute vor Ort und haben uns die Anlage genauer angesehen. Der Ort ist grundsätzlich sehr interessant, allerdings sollte man hier wirklich vorsichtig sein. Auffällig waren vor allem die vielen noch vorhandenen Chemikalien, offenen Säcke, Fässer und Behälter. Teilweise stehen oder liegen diese unter sehr schlechten Bedingungen herum, teils offen zugänglich und nicht mehr ordentlich gesichert. Man kann von außen nicht zuverlässig einschätzen, was dort genau enthalten ist oder wie gefährlich die Stoffe inzwischen sind. Der Lost Place ist daher aus unserer Sicht kein Ort für unvorsichtige Erkundungen. Wer dort unterwegs ist, sollte Abstand zu den Behältern halten, nichts anfassen, keine Stoffe aufwirbeln und generell sehr bewusst mit der Umgebung umgehen. Spannender Ort mit viel Geschichte, aber definitiv mit erhöhtem Risiko durch alte Chemikalien und unklare Rückstände.
Stadtgrau
24.02.2026
Ein wirklich toller Ort in dem es noch viel zu entdecken gibt. Highlight sind die beiden Labore. Der Verfall ist schön anzusehen.
Moderator Patreon
LunaticUnicorn
01.01.2026
Haha genial. Also man kann vorne, an der Ilm durch einen niedergedrückten zaun rein, oder, wie mein vorgänger, einfach das türkise Holztor. Ist vielleicht nicht gerade am unauffälligsten aber extrem schnell. Einmal dagegen treten, rein und wieder zumachen. Bevor jemand kucken kann ist man drin. Zu sehen gibts aber garnichts. Vandalismus... ich weiß nicht... sieht eher aus als ob der besitzer ordentlich randaliert hat. Öfen liegen in einzelnen backsteinen im raum. Alle rohre von der decke gerissen. In einer halle türmt sich der abfall bis zur decke, kein witz, 4 meter hoch! Nur der "Aktenraum" ist interessant. Aber für ein bild hol ich meine kamera nicht raus... schade drum
Saalejunge
20.08.2025
Die alte "Ilmtal Kunstahrze Beier AG" in Mattstedt. Zugang entweder rechts ums Gebäude oder einfach frontal durchs Tor, das klemmt nur manchmal ein wenig. Ist aber direkt an der Straße, also eher Vorsicht walten lassen. Innen gibt es viel Zerfall und Bewuchs aber auch noch unglaublich viel zu sehen! Wer in der Nähe ist sollte einen kurzen Zwischenstopp machen.
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