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Im Herzen von Steglitz schlummert ein Juwel vergessener Badekultur: das Stadtbad Steglitz. Eröffnet 1908, war es einst eine der modernsten Badeanstalten Preußens, entworfen im prachtvollen Jugendstil mit Anklängen an römische Thermen und eine sakrale Basilika . Tausende Berliner lernten in seinem 21 Meter langen Becken das Schwimmen, während das russisch-römische Dampfbad zur Entspannung einlud.
Die Kriege überstand das Bad weitgehend, wurde zeitweise als Lebensmittellager genutzt und nach dem Krieg wiedereröffnet . Doch 2002 kam das endgültige Aus: Aus Kostengründen wurde der Betrieb eingestellt . Ein Versuch, es durch eine private Investorin als Kulturort mit Café und Veranstaltungen wiederzubeleben, scheiterte an den immensen Sanierungskosten, und so fiel es 2016 an die Stadt Berlin zurück .
Seitdem ist das denkmalgeschützte Gebäude ein faszinierender Lost Place . Der Zahn der Zeit nagt an den türkisfarbenen Kacheln, dem Tonnengewölbe und den gusseisernen Emporen. Trotz zahlreicher Ideen – von Reha-Zentrum über Co-Working-Spaces bis hin zu einer Bibliothek – und Kosten von über 600.000 Euro allein für die Sicherung im Leerstand, gibt es bis heute kein tragfähiges Konzept für eine Zukunft . Das Stadtbad Steglitz bleibt ein Denkmal seiner glanzvollen Vergangenheit und ein Mahnmal politischer und wirtschaftlicher Hürden, gefangen in einem Zustand zwischen Verfall und vager Hoffnung.