Information
Die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) Magdeburg wurde 1903 eröffnet und über 110 Jahre lang als Gefängnis genutzt. Erst im September 2013 wurde sie endgültig geschlossen. Sie bestand aus zwei Haftgebäuden, einem Verwaltungsgebäude und Küchenhaus, einer Wäscherei, medizinischen Einrichtungen, einer Bibliothek und diversen Sportanlagen.
Während ihrer langjährigen Geschichte diente sie in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik dem regulären Strafvollzug. In der Zeit des Nationalsozialismus setzte das Gefängnis den Betrieb fort. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Haftanstalt als sowjetisches Militärgefängnis genutzt und beherbergte Polizeigefangene und Häftlinge des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi). Außerdem war sie Schauplatz des Volksaufstands vom 17. Juni 1953, bei dem mehrere Angehörige des Strafvollzugs ums Leben kamen und Aufständische hingerichtet wurden. Die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg erinnert gesondert an die Opfer der politischen Verfolgung aus jener Zeit.
Nach der Wiedervereinigung wurde das Gefängnis bis zu seiner Schließung im Jahr 2013 weiterbetrieben. Die Landesregierung entschied schließlich die Haftanstalt aus Modernisierungs- und Kostengründen aufzugeben. Seit der Schließung stehen die Gebäude leer, obwohl es verschiedene Initiativen und Ideen zur Umnutzung des Areals gab. So diente das Gelände 2015 als Kulisse für das Kunst- und Kulturfestival „Die neue Sinnlichkeit“, bei dem über 200 Künstler Installationen, Performance‑ und Lichtkunst präsentierten. Zeitweise wurde über unterschiedliche Nutzungskonzepte von Wohnprojekte bis zu Kulturzentren diskutiert, wovon bislang noch nichts realisiert wurde.
Quellen:
2025-12-14 https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/dossiers/volksaufstand-vom-17-juni-1953-der-ddr/erinnerungsorte/uebersicht/sachsen-anhalt?utm
2025-12-14 https://kulturanker.de/ausschreibung-kreativmesse/?utm
2025-12-14 https://kulturanker.de/ein-ort-fuer-kunst-die-jva-magdeburg