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Wer heute den Dürrenberg bei Heidenheim erklimmt, entdeckt schon von Weitem einen fast 100 Meter hohen rot-weißen Funkturm. Doch dieser Ort war einst ein wichtiger Knotenpunkt im militärischen Kommunikationsnetz des Kalten Krieges.
Die US Air Force errichtete in den 1960er-Jahren auf der höchsten Erhebung des Hahnenkamms eine Relaisstation für Richtfunkverbindungen. Zunächst war hier die 12th Radio Relay Squadron stationiert, später übernahm die 1945th Communication Group den Betrieb. Rund um die Uhr waren amerikanische Soldaten im Einsatz und sorgten dafür, dass Nachrichten zuverlässig zwischen verschiedenen Funkstationen weitergegeben wurden. Trotz der abgeschiedenen Lage herrschte auf dem Berg reger Betrieb – selbst wenn es weder fließendes Wasser noch besonderen Komfort gab. Trinkwasser musste mit Fahrzeugen aus Heidenheim herauftransportiert werden, während ein Wachhund und wenige Soldaten in Zwölf-Stunden-Schichten die Anlage überwachten.
Mit fortschreitender Technik änderte sich die Aufgabe der Besatzung. Die Anlage arbeitete zunehmend automatisiert, der Eingriff war nur noch bei Störungen notwenig.
Während des Kalten Krieges gewann der Standort dennoch weiter an Bedeutung. Der Funkturm war Teil des europäischen militärischen Kommunikationsnetzes und wurde nach Erkenntnissen der ehemaligen DDR-Staatssicherheit sogar im Zusammenhang mit westlicher elektronischer Aufklärung beobachtet. Von hier aus liefen wichtige Richtfunkverbindungen durch Europa zusammen.
Anfang der 1990er-Jahre ersetzte die US-Armee den ursprünglichen, rund 60 Meter hohen Turm durch den heute noch stehenden, 97 Meter hohen Stahlgittermast. Kurz darauf wurden die amerikanischen Einheiten abgezogen, die Technik arbeitete inzwischen nahezu vollständig automatisiert. Mit dem Ausbau moderner Glasfasernetze verlor der Standort schließlich seine militärische Funktion. 2007 ging das Gelände in den Besitz der BRD über, seitdem verfielen Nebengebäude und Infrastruktur.
2021 sollte das rund 13.000 Quadratmeter große Waldgrundstück mitsamt Funkturm verkauft werden. Seitdem ist der einst streng bewachte Militärstandort zu einem faszinierenden Lost Place geworden.
Quellen 31.07.2026:
https://www.nordbayern.de/franken/gunzenhausen/funkturm-bei-heidenheim-auf-dem-durrenberg-hat-eine-lange-geschichte-1.11332506
https://www.kloster-heidenheim.eu/hahnenkammrunde.html
https://www.merkur.de/bayern/nuernberg/weissenburg-heidenheim-mittelfranken-lost-place-funkturm-verkauf-zr-91023855.html