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Gipswerk
Neckarzimmern
18111
49.3141, 9.1409
Bewertung: 3.7
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Information
Das Gipswerk in Neckarzimmern geht auf den Gipsabbau am Hornberg bzw. im Gipsstollen zurück und ist eng mit der BASF und der Kriegswirtschaft des 20. Jahrhunderts verbunden. Es entwickelte sich aus einem früheren Bergwerks- und Verwaltungsgebäude zu einem eigenständigen Werk zur Weiterverarbeitung von Rohgips.

Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurde dort Kalkspat und später Gips zum Kalkbrennen und für die Belieferung von Gewerben wie Porzellanherstellern abgebaut. Im 19. Jahrhundert entstanden mehrere Grubenrechte und kleinere Betriebe, die den lokalen Gipsabbau organisierten.

1914 schloss die BASF mit den Freiherren von Gemmingen-Hornberg einen Vertrag über die Nutzung des Gipsstollens, um Gips für die Ammoniak- bzw. Stickstoffchemie und damit für Dünger und Sprengstoff zu nutzen. Dafür wurde der Stollen stark erweitert, es wurden Rollbahnen und technische Anlagen unter Tage eingerichtet, und der Abbau intensiviert.

Nach 1929 übernahm die Portland-Zement AG den Gipsabbau mit geringerer Menge. Ab Mitte der 1930er Jahre wurde die Untertageanlage militärisch genutzt, u. a. zur Produktion von Rollen- und Kugellagern mit Zwangsarbeitern aus dem KZ-Außenlager Neckarelz.

Nach dem Krieg wurde 1946 ein neues Werk erstellt. Das frühere BASF-Bürogebäude aus der Zeit des Ersten Weltkriegs wurde dabei zum Kern des Gipswerks, in dem der Rohgips aus dem Stollen industriell weiterverarbeitet wurde.

In der frühen Bundesrepublik blieb der Gipsabbau wirtschaftlich wichtig, während der Stollen selbst zusätzlich als Depot- und Technikstandort des Bundes genutzt wurde. Das Gipswerk Neckarzimmern steht heute für eine lange Industriegeschichte, die lokale Rohstoffgewinnung, chemische Industrie, Kriegswirtschaft und Nachkriegsaufbau miteinander verbindet.

Das Bürogebäude steht noch.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gipsstollen_(Neckarzimmern)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gipswerk_(Neckarzimmern)
https://www.rhein-neckar-industriekultur.de/objekte/gipswerk-neckarzimmern
Comments
DE 6
Uwe50
05.10.2026
war am Sonntag dort und habe festgestellt das es dort voll zur Sache geht. Schwere Baumaschinen stehen schon bereit. Der Eigentümer hat am Bahnhof auf mich gewartet. Bin mit einer Ermahnung davongekommen.
Spiketram
22.07.2026
Leicht reinzukommen , komplett leer . Nichts sehenswertes , lange Anreise macht kein sinn. Wenn man in der Nähe ist gerne rein schauen
Hanba
10.05.2026
Waren gestern dort leichtes reinkommen und nah am Bahnhof
Pistepirko
25.01.2026
Leider ist von dem Werk nicht mehr viel übrig, viel wurde abgerissen und die bestehenden Gebäude entkernt. Das Silogebäude ist doch noch recht sehenswert. Es gibt relativ wenig Grafiti-Schmierereien und Vandalismus. Sehr interessant ist übrigens, das der ehemalige, riesige Gipsstollen heute als Depot der Bundeswehr genutzt wird, mit über 170000qm Lagerfläche. Eine der Zufahrten unter die Erde befindet sich direkt an der Bundesstrasse, zwischen Gipswerk und dem Bahnhof
BurnOutUrbexer
09.12.2025
Vermutlich führen deshalb die Türen ins Nichts, weil nur noch ein Teil der Gipsfabrik steht. Ich habe einen Zeitungsartikel gefunden, wo man das ursprüngliche Gelände sieht. Das meiste was man heute an Freifläche dort sieht, war bebaut.
Flauschplauze
08.12.2025
Auf den ersten Blick wirkt das alte Werk recht unspektakulär, aber im inneren gibt es doch einige interessante Fotomotive. Wenn man da vorbei kommt lohnt sich ein Stop auf jeden Fall. Der Zugang ist problemlos möglich, allerdings sollte man bedenken, dass das Gebäude zwischen einer Bahnlinie und einer stark befahrenen Strasse liegt. Besonders aufpassen sollte man bei den Türen am Gebäude. Viele von ihnen führen ins Nichts. Ein falscher Tritt und man stürzt in die Tiefe. Auch in den Zwischendecken gibt es zahlreiche Durchbrüche, die zur lebensgefährlichen Falle werden können. Deshalb ist zwingend anzuraten besonders umsichtig vorzugehen.
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