Bezirksverwaltung der Stasi
Information
Die ehemalige Bezirksverwaltung für Staatssicherheit in Halle war eine der wichtigsten Dienststellen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im DDR-Bezirk Halle. Sie wurde 1952 im Zuge der Verwaltungsreform der DDR eingerichtet und war für die Überwachung und Bearbeitung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Vorgänge im Bezirk zuständig.
Der heutige Gebäudekomplex entstand ab Ende der 1960er-Jahre auf dem Gelände des früheren Flugplatzes Nietleben westlich des Gimritzer Damms. Das Hauptgebäude wurde bis 1971 errichtet. In den folgenden Jahren kamen weitere Verwaltungs-, Sozial- und Funktionsgebäude hinzu. Das abgeschirmte Areal war eigenständig organisiert und umfasste Büros, Schulungsbereiche, medizinische Einrichtungen, Garagen sowie Wach- und Sicherungsanlagen.
Die Bezirksverwaltung Halle unterstand direkt dem Minister für Staatssicherheit. Sie umfasste 23 Kreisdienststellen und drei Objektdienststellen in den wichtigen Chemiebetrieben Leuna, Buna und Bitterfeld. Ende der 1980er-Jahre arbeiteten dort mehr als 3.000 hauptamtliche Mitarbeiter; hinzu kam ein großes Netz inoffizieller Mitarbeiter.
Im Dezember 1989 begann in Halle die Auflösung der örtlichen Stasi-Strukturen. Damit verlor das Gelände seine ursprüngliche Funktion. Teile des historischen Komplexes sind bis heute erhalten. Das Bundesarchiv nutzt einen Teil des Areals heute als Stasi-Unterlagen-Archiv und bewahrt dort mehr als 7.000 laufende Meter Unterlagen der ehemaligen Bezirksverwaltung und ihrer Kreisdienststellen auf.
Quellen (30.09.2026):
https://www.bundesarchiv.de/das-bundesarchiv/standorte/halle/bestaende-und-teilbestaende-der-bezirksverwaltung-halle/
https://www.bundesarchiv.de/das-bundesarchiv/standorte/halle/
https://halle.de/verwaltung-stadtrat/presseportal/nachrichten/nachricht/auf-den-geheimen-spuren-der-stasi-2