Information
Die Hünenkapelle, auch bekannt als Tönskapelle oder Antoniuskapelle, ist eine Ruine einer frühmittelalterlichen Saalkirche auf dem Rücken des Tönsbergs in Oerlinghausen. Sie ist von einer Ringwallanlage umgeben, die als „Sachsenlager“ bezeichnet wird und gilt als eine von fünf vorchristlichen Befestigungsanlagen in Lippe. Die Kapelle war dem Heiligen Antonius, Schutzpatron der Einsiedler, geweiht.
Über den genauen Ursprung der Kapelle gibt es keine überlieferten schriftlichen Nachrichten. Historiker aus dem 17. Jahrhundert deuteten die Kapelle als Dankkapelle Karls des Großen für seinen Sieg über die Sachsen, doch archäologische Funde weisen auf eine Bauzeit im 15. Jahrhundert hin. Die Kapelle war ein bedeutender Wallfahrtsort bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1548. Das ursprüngliche romanische Holzkreuz wurde damals in die Krypta des Paderborner Doms gebracht und wird dort bis heute aufbewahrt.
Heute steht in der Kapellenruine ein rund zwei Meter großes Holzkreuz mit der Inschrift „Im Kreuz ist Heil“. Das Kreuz wurde 1977 während eines Gottesdienstes eingeweiht. Die Ruine der Hünenkapelle ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und spirituelle Besucher, die den Meditationsweg vom Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen nutzen, das auch Führungen anbietet.
Im 20. Jahrhundert wurde die Hünenkapelle fälschlicherweise mit der germanischen Irminsul in Verbindung gebracht, was heutzutage als widerlegt gilt. Dennoch wird die Kapelle von manchen Gruppierungen als Kultstätte verehrt, was gelegentlich zur Zerstörung christlicher Symbole führt.
Die Hünenkapelle ist ein bedeutendes Baudenkmal und ein Symbol für die wechselvolle Geschichte der Region zwischen vorchristlicher Zeit und Mittelalter.