Information
Versteckt in den Wäldern Brandenburgs bei Saalow liegt ein Ort mit einer tiefen und widersprüchlichen Geschichte: das ehemalige Pflegeheim Saalower Berg. Seine Wurzeln reichen bis 1936 zurück, als auf dem Gelände eine Kaserne der Luftwaffe mit einer Sperrballon-Einheit errichtet wurde. Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Lazarett, dessen stiller Zeuge der nahegelegene Soldatenfriedhof ist.
Nach dem Krieg wandelte sich die Funktion des Ortes grundlegend. Aus den verbliebenen Baracken wurde erst eine Unterkunft für Umsiedler, 1948 dann das "Feierabendheim Saalow" und ab 1954 das "Pflegeheim Freundschaft". In seiner Blütezeit war es eine kleine Stadt für sich, die bis zu 1.200 pflegebedürftige Menschen beherbergte. Es gab einen großen Festsaal, eine Apotheke und sogar eine Kinderkrippe.
Doch die Idylle trog. Gegen Ende der DDR wurden die Lebensbedingungen so schlecht, dass 1990 sogar der damalige DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière den Ort besuchte, um sich über die Missstände zu informieren. Nach der Wende wurde der Betrieb schrittweise eingestellt, bis das Heim endgültig geschlossen wurde.
Heute sind die verbliebenen, denkmalgeschützten Gebäude ein faszinierender Lost Place. Im Inneren kämpft die Natur sich ihren Weg zurück. Schimmel überzieht die Wände, doch dazwischen finden sich Spuren der Vergangenheit: leere Kinosessel, die noch immer zur Bühne im Festsaal blicken, oder das kunstvolle Keramik-Wandbild „Jahreszeiten“. Das Areal ist ein stilles Denkmal, das vom Wandel der Systeme, von menschlichen Schicksalen und dem unaufhaltsamen Verfall erzählt.