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Zwischen den Wäldern des Kyffhäusergebirges erhebt sich die Ruine des Jagdschlosses Rathsfeld. Ein historisch bedeutsamer Ort, dessen Geschichte ganze Jahrhunderte umspannt. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle ein Wirtschaftshof des Klosters Walkenried, bevor die Grafen von Schwarzburg im 16. Jahrhundert das Gelände übernahmen.
Von 1697–1698 ließ Graf Albert Anton von Schwarzburg-Rudolstadt ein repräsentatives Jagdschloss errichten. Geplant wurde es von Johann Moritz Richter d. J. Die Anlage bestand aus drei Flügeln mit Ehrenhof, Pavillons und einer eindrucksvollen Schlosskapelle, deren ovaler Innenraum von zwölf Kolossalpfeilern getragen wurde. Ein Arkadengang mit zwölf Bögen öffnete den Blick in den weitläufigen Park mit seinen edlen Gehölzen und Brunnenhaus.
Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich Schloss Rathsfeld mehrfach. Während der Befreiungskriege diente es als Lazarett. Im 19. Jahrhundert wurde es ein beliebter Ausflugsort, dem sogar Kaiser Wilhelm II. einen Besuch abstattete. Anschließende Umbauten im Stil des Historismus verliehen dem Schloss neuen Glanz. Doch nach 1918 verlor es seine Funktion als Residenz. In der NS-Zeit wurde das Schloss unter anderem als Sitz des Reichssippenamtes genutzt. Später wurde es in der DDR zum Ferien- und Pionierlager umfunktioniert.
Nach 1990 begann der Niedergang des einst prachtvollen Schlosses. Vernachlässigung, Vandalismus und ein verheerender Brand im Jahr 2005 zerstörten weite Teile der Anlage. Heute steht Schloss Rathsfeld als mahnende Ruine, die trotz ihres Verfalls noch immer die Größe vergangener Epochen erahnen lässt.