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In dieser Villa wohnte Margarete Grote-Bourry, eine Opernsängerin, die besonders als "Nachtigall von Celle" bekannt wurde. Margarete wurde 1917 in Berlin geboren. Schon früh entdeckte sie ihre musikalische Begabung. Doch die bescheidenen Lebensumstände ihrer Familie machten ein Musikstudium undenkbar. Stattdessen absolvierte sie eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete als Auslandskorrespondentin.
Der Zweite Weltkrieg verlangte Margarete schwere Verluste ab. Zuerst fiel ihr Mann bei Kämpfen in Stalingrad. Später verlor auch ihr kleiner Sohn sein Leben. Doch Margarete gab nicht auf und hielt an ihrem Traum fest.
1945 führte sie das Schicksal nach Celle, wo sie zunächst als "Mädchen für alles" in der Firma R. Ernst Schneider einstieg, die feinste Gardinen und Spitzenstoffe herstellte. Sie arbeitete sich bis zur Chefetage hoch und wurde später zur Inhaberin. Ihre Entwürfe schmückten u.a. Residenzen in Monaco und das Schloss Bellevue in Berlin. Für ihre unternehmerische Leistung wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Ihren Traum Sängerin zu werden gab Margarete trotz ihres unternehmerischen Erfolges nicht auf. Sie nahm Gesangsunterricht und setzte ihren künstlerischen Werdegang an der Musikschule Braunschweig fort. Bald folgten erste Privatauftritte. Anschließend baute sie sich ein immer größeres Publikum auf. Sie sang in Kirchen und Konzertsälen. Ihre warme und natürliche Stimme bewegten die Herzen der Menschen und brachte ihr in den 50er Jahren den Beinamen "Nachtigall von Celle" ein.
Die historische Villa selbst blieb bis zu ihrem Tod im Jahr 2011 ihr Lebensmittelpunkt. Margarete sah es als Herzensaufgabe an, junge Menschen zu fördern. Daher verfügte sie in ihrem Testament, dass ihr Haus der benachbarten Grundschule Hehlentor zugutekommen sollte. Leider wurde ihr letzter Wunsch nicht erfüllt. Die Stadt Celle lehnte das Erbes ab, da die Sanierung zu kostspielig war. Seitdem wurden keine konkreten Pläne für eine Nachnutzung realisiert.