Information
Das Sanatorium Borgoumont, auch Sanatorium du Basil genannt, ist ein historisches Gebäude in Borgoumont bei Stoumont in der belgischen Provinz Lüttich. Es wurde zwischen 1899 und 1903 als eines der ersten Sanatorien in Belgien zur Bekämpfung der Tuberkulose errichtet, initiiert vom Bakteriologen Ernest Malvoz.
Der Bau wurde 1899 vom Provinzrat Liège beschlossen, unterstützt durch einen königlichen Erlass von Léopold II.; die Eröffnung erfolgte am 13. September 1903 unter Architekt Émile Remouchamp. Das Gebäude mit seiner charakteristischen gebogenen Fassade nutzt lokale Materialien, deutsche Einflüsse und Elemente des Art nouveau sowie Neoklassizismus, um optimale Sonneneinstrahlung und frische Luft für Tuberkulosepatienten zu gewährleisten. Ursprünglich für Männer aus der Industriestadt Lüttich gedacht, nahm es bald auch Frauen auf und umfasste über 56 Hektar mit autarker Infrastruktur wie Wasserwerk und Wäscherei.
Bis 1947 diente es primär der Tuberkulosebehandlung; während des Ersten Weltkriegs blieb es unbeschädigt, im Zweiten Weltkrieg diente es als Unterschlupf für Juden. Nach 1945 verschob sich der Fokus auf Lungenkrankheiten wie Anthrakosilikose bei Bergarbeitern, später auf Rehabilitationsmedizin für Herz-, Nerven- und Bewegungsstörungen in Kooperation mit dem CHU Liège.
Ab den 1980er Jahren wurde es zu einem Rehabilitationszentrum; 2010–2013 als Asylantenheim genutzt, schloss es wegen hoher Kosten (z. B. Heizung). Seit 2010 steht es leer und gilt als Lost Place, wartet auf Rekonversion und ist im Kulturerbe inventarisiert.
Quellen:
31.03.2026 https://www.provincedeliege.be/fr/focus?nid=15714&utm
31.03.2026 https://fr.wikipedia.org/wiki/Sanatorium_de_Borgoumont