Information
Das Pleistalwerk, früher als Zeche Plato bekannt, wurde 1841 von Albert von Mühlmann in Sankt Augustin gegründet. Ursprünglich produzierte die Ziegelei feuerfeste Steine, Ziegel, Dachziegel und Tonröhren zur Entwässerung von Häusern und Straßen. 1902 zerstörte ein Feuer ein Ofenhaus, das durch einen dreigeschossigen Backsteinbau ersetzt wurde. 1912 beschäftigte das Unternehmen etwa 242 Mitarbeiter, wurde 1912 von der Bonner Plato AG übernommen, welcher 1923 zahlungsunfähig wurde. Ein Großbrand 1924 zerstörte weite Teile des Werksgeländes.
1926 kaufte Heinrich Startz das Werk und benannte es in Pleistalwerk Heinrich Startz KG um. Unter seiner Leitung wurde ein neues Ofenhaus nach eigenem Entwurf gebaut, der sogenannte Kammerofen, der Klinkersteine produzierte. Anfangs bezog das Werk den Ton aus einer eigenen Tongrube, die 1928 erschöpft war. Danach wurde die Produktion auf feuerfeste Steine und ab 1930 komplett auf Steinzeugröhren umgestellt. Der Ton wurde aus Frechen und Oberpleis geliefert, zuerst per Schmalspurgleisanschluss der Bröltalbahn, später mit LKWs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Nachfrage nach Steinzeugröhren stark an, und die Produkte wurden auch ins Ausland exportiert. 1971 wurde die Produktion jedoch eingestellt, da das Gebäude nicht kostengünstig modernisiert werden konnte, die Tonvorräte erschöpft waren und Kunststoffrohre aus PVC die Produktion verdrängten.
Nach Ende der Produktion wurden Maschinen verkauft und das Gelände bis in die 1990er Jahre von einer Firma für Automationsmaschinen genutzt. Seit dem Verfall des Gebäudes ist das Gelände größtenteils ungenutzt. 1991 wurde das Gelände an eine GbR Rehaklinik verkauft, die jedoch in Insolvenz ging.
Der Zustand des Pleistalwerks ist stark verfallen, das Gelände wird als Lost Place betrachtet. Seit 2008 ist das Betreten verboten wegen Einsturzgefahr. Pläne bestehen, das Gelände als Umweltbildungszentrum zu nutzen - wurden jedoch bisher nicht umgesetzt.