Information
Die Kaserne Vogelsang bei Zehdenick war von 1949 bis 1994 ein bedeutender sowjetischer Militärstandort in der DDR und diente als Standort der 25. Panzerdivision. Auf dem von der DDR finanzierten Gelände entstanden neben Kasernen auch zahlreiche Versorgungseinrichtungen, sodass zeitweise bis zu 15.000 Soldaten und Zivilisten dort lebten. Vogelsang war einer der größten sowjetischen Garnisonsorte in Deutschland und spielte auch im Kalten Krieg eine wichtige Rolle, da hier unter anderem sowjetische Atomraketen vom Typ R-5 und SS-12 stationiert wurden.
Mit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1994 verlor die Anlage ihre militärische Bedeutung und verfiel zunehmend. Von den einst rund 500 Gebäuden sind heute nur noch 15 bis 20 erhalten, der Großteil wurde abgerissen. Verschiedene Versuche einer zivilen Nutzung blieben erfolglos, und große Teile des Geländes sind renaturiert. Übrig geblieben sind nur wenige markante Bauwerke wie die sogenannte „Heldenmauer“ sowie Teile unterirdischer Anlagen.
Heute gilt Vogelsang als „Lost Place“ und wird gelegentlich von Wanderern und Fotografen aufgesucht, auch wenn das Gelände unter Beobachtung eines Wachdienstes steht. Die Natur erobert immer mehr der ehemaligen Militärfläche zurück, und absehbar ist, dass bald nur noch Mauerreste an die einstige riesige Garnisonsstadt erinnern werden. Als drittgrößter sowjetischer Standort in Deutschland hat Vogelsang bis heute eine geschichtliche Bedeutung, sowohl als Symbol des Kalten Krieges wie auch als Beispiel für den Wandel von einem militärischen Sperrgebiet zu einer langsam verschwindenden Ruinenlandschaft im brandenburgischen Wald.