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Die ehemalige Landesirrenanstalt Teupitz zählt zu den geschichtsträchtigsten Klinikarealen Deutschlands und befindet sich heute in einem tiefgreifenden Wandel. Einst als moderner Komplex im Pavillonstil zwischen 1905 und 1908 nach Plänen des Architekten Theodor Goecke errichtet, bot die Anlage Platz für über 1.000 Patienten und galt als fortschrittliche Heil- und Pflegeanstalt.
Doch die Geschichte des Ortes ist von dunklen Kapiteln geprägt: Während der NS-Zeit wurde Teupitz zu einer sogenannten „Zwischenanstalt“ im Rahmen der Aktion T4. In den Jahren 1940 und 1941 wurden über 1.800 Patienten von hier aus in Tötungsanstalten deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die sowjetische Armee das Gelände jahrzehntelang als Militärhospital, bevor es in den 1990er-Jahren weitgehend aufgegeben wurde. Viele Gebäude verfielen und entwickelten sich zu einem bekannten Ziel für Urbexer.
Heute ist das Areal jedoch kein klassischer Lost Place mehr. Ein Teil wird bereits vom modernen Asklepios Fachklinikum Teupitz genutzt, während der denkmalgeschützte Altbestand umfassend saniert wird. Geplant ist ein neues Wohnquartier mit rund 450 Wohnungen sowie Arztpraxen und Büroflächen.
Zudem bleibt die historische Aufarbeitung der NS-Verbrechen ein sensibles Thema, das im Zuge der Umgestaltung weiterhin kritisch diskutiert wird.
Quellen:
29.04.2026 https://www.verlassenes.de/landesirrenanstalt
29.04.2026 https://pixelgranaten.de/fotografie/lost-places/landesirrenanstalt-teupitz/