Information
Die Heilandskirche wurde zwischen 1897 und 1899 nach Plänen des halleschen Architekten Fahro errichtet und im Jahr 1899 eingeweiht. Sie entstand in einer Zeit, in der die Bevölkerung durch den Bergbau wuchs und eine eigene Kirche für die evangelische Bevölkerung benötigt wurde. Über hundert Jahre war die Kirche ein wichtiger Mittelpunkt des Ortsteils Molmeck.
Nach der Wende und mit dem Bevölkerungsrückgang in der Region verlor die Kirche zunehmend an Bedeutung. 1994 wurde die eigenständige Kirchengemeinde Molmeck aufgelöst und in die Hettstedter Jakobigemeinde eingegliedert. In der Folge wurde die Kirche nur noch unregelmäßig genutzt und schließlich vollständig aufgegeben. Gleichzeitig verschlechterte sich der bauliche Zustand erheblich. Feuchtigkeit, Schwarzschimmel sowie massive Schäden an Mauerwerk und Dach setzten dem Gebäude zunehmend zu. Eine grundlegende Sanierung wurde damals auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt und galt als wirtschaftlich nicht realisierbar.
Bereits 2002 stellte die Kirchengemeinde einen Antrag auf Abriss des Gebäudes, der 2003 genehmigt wurde. Der Rückbau wurde auf etwa 190.000 Euro veranschlagt, jedoch nie umgesetzt. Immer wieder gab es Überlegungen und Initiativen, die Kirche zu erhalten. Aufgrund der massiven Schäden an der Bausubstanz konnte jedoch keines dieser Konzepte realisiert werden. Im Zuge des fortschreitenden Verfalls gilt die Kirche inzwischen als stark einsturzgefährdet.
Zuletzt erlangte das Gebäude 2024 mediale Aufmerksamkeit, als ein 17-jähriger Organist aus dem Raum Dortmund begann, die Orgel auszubauen. Das Instrument wurde für den Transport zerlegt und soll nach einer aufwendigen Restaurierung wieder spielbar gemacht werden. Durch diese Rettungsaktion bleibt zumindest ein Teil der Molmecker Kirche erhalten.
Quellen:
13.03.2025 https://coola.irrgang.eu/molmecker-kirche
13.03.2025 https://www.mz.de/lokal/hettstedt/17-jahriger-organist-aus-dem-raum-dortmund-rettet-alte-orgel-in-molmeck-was-er-damit-vorhat-3856645