Information
Dieses Mausoleum ist durch hohe Mauern geschützt und kann nicht betreten werden. Eine Besichtigung von außen lohnt sich aufgrund des einzigartigen Baustils.
Es wurde 1839, im Todesjahr des Grafen Ernst zu Münster, errichtet. Der hannoversche Architekt Georg Ludwig Friedrich Laves erhielt den Auftrag ein würdigs Grabmal für den Herren von Derneburg zu entwerfen. Damit konnte Laves eine Idee verwirklichen, die seine Entwürfe seit langem prägte: die Errichtung einer ägyptischen Steilpyramide. Münster selbst hatte auf seinen Italienreisen zahlreiche antike Grabanlagen studiert, darunter die Cestius-Pyramide in Rom, die als Vorbild für das Mausoleum gilt.
Die Pyramide ist etwas mehr als 11 Meter hoch, ihr Böschungswinkel beträgt 61 Grad. Die geometrische Formensprache greift Motive der ägyptischen Baukunst auf, wie sie im Klassizismus geschätzt wurden. Der Eingang ist mit dem Wappen der Familie zu Münster versehen und ein Kreuz über dem Portal markiert die christliche Funktion des Bauwerks. Auf der steinernen Tür befand sich ursprünglich eine Inschrift mit freimaurerischem Bezug: „Ewig ist die Fortschreitung zur Vollkommenheit, wenngleich am Grabe die Spur vor dem Auge verschwindet.“
Im Inneren ruhen der Graf Ernst, seine Frau und mehrere Töchter in Sarkophagen. Seitlich wurde sein Sohn Fürst Georg Herbert Münster beigesetzt. Vor der Pyramide liegen weitere Generationen der Familie, darunter Alexander Fürst zu Münster mit seiner Frau Muriel und ihrem Sohn Friedrich begraben. Das keltische Hochkreuz auf Muriels Grab verweist auf ihre schottische Herkunft.
Das Mausoleum gilt als bedeutendes Denkmal ägyptisierender Sepulkralkultur, die seit dem späten 18. Jahrhundert auch in mitteleuropäischen Adelskreisen Verbreitung fand. Heute ist die Grabanlage, welche zuletut 1985 umfassend instand gesetzt wurde, restaurierungsbedürftig. Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege bewertet sie als kulturgeschichtlich herausragend und von landesweiter Bedeutung.