Information
Die Keramische Hütte in Sehnde war eine Ziegelei, die ab etwa 1900 Mauerziegel produzierte. Sie lag an der B 65 in der Region Hannover, Niedersachsen. Die Ziegelei nutzte Ton, der in der Umgebung gewonnen wurde, und arbeitete mit einem charakteristischen Hoffmannschen Ringofen sowie später einem modernen Tunnelofen, der zur effizienten Trocknung der Steinrohlinge diente.
Bis 1948 war die Keramische Hütte eine Aktiengesellschaft. Danach wurde sie von einem Kaufmann übernommen und 1954 Teil der Dörentruper Sand- und Thonwerke GmbH. Die Ziegelei stellte Verblendklinker her, die u.a. bis nach Berlin und Hamburg geliefert wurden. Mit bis zu 100 Beschäftigten produzierte sie jährlich rund 20 Millionen Steine.
Die Mechanisierung in den 1950er Jahren führte zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahl. 1982 wurde die Ziegelei wegen rückläufiger Nachfrage stillgelegt. Die Nachnutzung durch Kleingewerbe und Werkstätten dauerte bis in die 2010er Jahre.
Das Gelände wurde durch mehrere Brände geschädigt, darunter ein Großbrand 2022, und zeitweise führte Vandalismus zu weiteren Schäden.
Die Abriss- und Neubaupläne sind bereits weit fortgeschritten, jedoch durch Verzögerungen beeinflusst.