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Auf Berlins zweithöchster Erhebung, einem aus 26 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs aufgeschütteten Berg, thront eines der bekanntesten Relikte des Kalten Krieges: die ehemalige US-Abhörstation Teufelsberg. Wo einst der Rohbau einer nationalsozialistischen Wehrtechnischen Fakultät stand, errichteten die US-Streitkräfte ab den 1950er-Jahren eine ihrer wichtigsten Lauschposten.
Mit ihren fünf markanten Radarkuppeln wurde die "Field Station Berlin" zum Symbol der Spionage im geteilten Deutschland. Betrieben von der NSA und weiteren US-amerikanischen sowie britischen Einheiten, horchten tausende Soldaten von hier aus tief in den Warschauer Pakt hinein, überwachten den militärischen Funkverkehr und sicherten die drei lebenswichtigen Luftkorridore nach West-Berlin. Die Station war Teil des globalen Spionagenetzes ECHELON.
Mit dem Fall der Mauer 1989 verlor die Anlage ihre Bedeutung. 1991 zogen die Alliierten ab, und nach einer kurzen zivilen Nutzung für die Luftüberwachung begann der Verfall. Ein geplantes Großprojekt für Hotels und Wohnungen scheiterte Ende der 90er-Jahre, was zu massivem Vandalismus führte.
Heute ist das denkmalgeschützte Areal offiziell zugänglich und hat sich in Europas größte Street-Art-Galerie verwandelt. Besucher können bei Führungen die marode Architektur erkunden und von den oberen Etagen einen einzigartigen Panoramablick über Berlin genießen. So verbindet der Teufelsberg auf einzigartige Weise die Schichten der Geschichte: von NS-Plänen über die Zerstörung des Krieges bis zum stillen Zeugen des globalen Konflikts.