Information
Das 1911 eröffnete Kinderkrankenhaus Weißensee war eines der modernsten Säuglings- und Kinderkrankenhäuser Europas und sollte die hohe Säuglingssterblichkeit senken. Es entstand nach Plänen von Carl James Bühring an der heutigen Hansastraße 178–180 auf einem 28.000 Quadratmeter großen Gelände mit Hauptgebäude, Hörsaal, Isolierpavillon, Kapelle, Wirtschaftsbau, Leichenhalle, Pferdestall sowie eigener Molkerei und Kuhstall zur direkten Versorgung von Müttern und Neugeborenen. In der Weimarer Republik und unter dem Nationalsozialismus wurde die Kapazität schrittweise auf etwa 100 Betten ausgebaut. Trotz massiver Kriegsschäden blieb der Klinikbetrieb bis Kriegsende aufrechterhalten, in der Nachkriegszeit wurde saniert und der Betrieb in der DDR fortgeführt, zuletzt mit einem neuen Bettenhaus, das 1987 eingeweiht wurde. 1997 schloss der Senat das Krankenhaus ohne Nachnutzungskonzept; ein geplanter Umbau durch die Firma MWZ Bio-Resonanz zu einem Krebsforschungszentrum scheiterte trotz zugesagter Investitionen. Das denkmalgeschützte Ensemble verfällt seitdem, ist unzureichend gesichert und entwickelt sich zum Lost Place mit Vandalismus, Bränden und verwildertem Gelände; das Betreten ist verboten. Nach erfolgreicher Rückabwicklung des Verkaufs ging die Immobilie 2018 zurück an das Land Berlin und wird von der BIM verwaltet, die Unterhaltskosten werden auf rund 200.000 Euro jährlich geschätzt. Pläne des Bezirks, dort eine Gemeinschaftsschule zu errichten, wurden aus finanziellen Gründen 2024 aufgegeben, aktuell werden neue Nutzungsoptionen geprüft, auch mit privaten Investoren.
Quellen:
27.03.2026 https://www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article404415883/lost-places-kinderkrankenhaus-berlin-weissensee-historie-geschichte.html
27.03.2026 https://www.berlin.de/museum-pankow/geschichte-vor-ort/fast-vergessen/weissensee/artikel.1066093.php