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Das 1910 eröffnete Krematorium in Dessau zeugt von der frühen Feuerbestattungskultur in Deutschland.
Im April 1909 legte man den Grundstein für ein Gebäude, das die Bestattungskultur in Dessau und in Deutschland revolutionieren sollte.
Der Bau des Dessauer Krematoriums stellte die Architekten vor besondere Herausforderungen. Der hohe Grundwasserspiegel erforderte eine spezielle Bauweise. Das Gebäude musste bis zur Sohle des Ofens grundwasserfrei gelegt werden. Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit eröffnete man das Krematorium am 18. Mai 1910. Die Baukosten betrugen damals 110.000 Mark, eine beachtliche Summe für die damalige Zeit.
Was einst als modernes Gebäude galt, holte der Fortschritt irgendwann ein. Mit steigenden Zahlen von Einäscherungen brauchte man leistungsfähigere Verbrennungstechnik, mehr Lagermöglichkeiten und Platz für zusätzliches Personal. Bereits in den 1930er Jahren entstand ein rückwärtiger Anbau für Büro, Fahrstuhl und Lager, da die Räumlichkeiten im Hauptgebäude nicht mehr ausreichten.
Die offenen Säulengänge rechts und links vom Gebäude vermauerte man teilweise und baute sie zu Kühlräumen um. In den 1980er Jahren schloss man zuerst die Trauerhalle und demontierte die auf Wasserdruck betriebene Versenkungsanlage. Nur der Einführwagen auf dem Drehkreuz-Schienensystem und die Y-förmig angelegten Etagenöfen sind heute noch vorhanden.
Heute steht das Gebäude zwar unter Denkmalschutz, doch seine Zukunft bleibt ungewiss. Wie ein stiller Wächter der Vergangenheit erinnert das verlassene Krematorium an die Geschichte der Feuerbestattung in Deutschland und an die über 100.000 Menschen, die hier ihre letzte Ruhe fanden.
Quellen:
2025-12-14 https://modernruins.de/index.php/lost-places/sonstige-objekte/krematorium-dessau
2025-12-14 www.val-anhalt.de/de/die-regionalgruppen/regionalgruppe-dessau/sonstiges-regionalgruppe-dessau/aktivitaeten-urnenhain/