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Mitte der 1970er-Jahre boomte das deutsche Kurwesen. Begünstigt durch staatliche Zuschüsse öffnete der Komplex in Romrod 1975 als modernes Sanatorium seine Pforten – idyllisch am Vogelsberg gelegen und dennoch verkehrstechnisch gut erreichbar. Aus dieser Klinikzeit stammte auch die großzügige Infrastruktur: Ein für Hotels ungewöhnlich großes Hallenbad, ausgedehnte Wellnessbereiche und breite, barrierefreie Flure.
Als die Rentenreformen Ende der 70er-Jahre die Belegungszahlen einbrechen ließen, folgte 1979 der Umbau zum gehobenen Hotel. In den 1980er-Jahren entwickelte sich die Anlage unter dem Namen „Best Western Sporthotel Vogelsberg“ zu einer der ersten Adressen für Sport- und Tagungstourismus in Mittelhessen.
Mit der Jahrtausendwende änderte sich das Reiseverhalten drastisch: Tagungen verlagerten sich in die Metropolen, Wellness-Gäste forderten modernere Luxusstandards. Das abgelegene Sporthotel geriet in die Krise, wechselte den Besitzer und verlor den Anschluss an die Best Western-Kette.
Zur Existenzsicherung wurde das Konzept 2007 grundlegend modifiziert: Nach einer Renovierung öffnete das Haus als Apartmenthaus neu. Statt klassischer Zimmer setzte man nun auf Ein- bis Drei-Zimmer-Apartments mit Küche, um gezielt Langzeitgäste, Monteure und Familien anzusprechen. Die Sportanlagen und die Gastronomie (darunter das „Wittgenstein“ und der „Hessentreff“) wurden zwar weitergeführt, der Glanz vergangener Tage war jedoch sichtlich verblasst.
Quellen:
16.05.206 https://osthessen-news.de/n11643291/schandfleck-landhotel-was-passiert-mit-dem-lost-place.html