Information
Ferropolis, bekannt als die „Stadt aus Eisen“, ist ein beeindruckendes Freilichtmuseum und Industriedenkmal. Die Geschichte des Areals ist eng mit dem Braunkohletagebau Golpa-Nord verbunden, der prägend für die Region war und in den Jahrzehnten vor der deutschen Wiedervereinigung rund 100 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr durch den Einsatz gewaltiger Maschinen förderte.
Nach der Schließung des Tagebaus 1991 – als fast die gesamte mitteldeutsche Braunkohleindustrie stillgelegt wurde – suchte man nach einer neuen Nutzung für das Gelände und die imposanten Maschinen. Die zündende Idee für Ferropolis entstand durch eine studentische Initiative der Bauhaus Stiftung Dessau: Die stillgelegten Großgeräte sollten als Technikkulturdenkmal und Veranstaltungsareal erhalten bleiben. Die offizielle Gründung erfolgte mit der Enthüllung des Ortsschildes am 14. Dezember 1995. Im Jahr 2000 wurde Ferropolis der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist seither auch Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur.
Fünf gewaltige ehemalige Tagebau-Großgeräte blieben erhalten und sind heute die Hauptattraktionen des Freilichtmuseums: Sie tragen Namen wie „Mad Max“, „Mosquito“ und „Gemini“.
Ferropolis ist heute ein Symbol für Strukturwandel, Umweltschutz, Industriekultur und Kreativität. Es dient als Museum, Veranstaltungsort für internationale Festivals und Konzerte – von Heavy Metal bis Orchester – und dokumentiert sowohl die zivile als auch die ökologische Entwicklung der Region nach der Zeit des Bergbaus. Durch spektakuläre Musikveranstaltungen und als Ausstellungsraum für Technikgeschichte ist Ferropolis international bekannt geworden.
Im ehemaligen Umspannwerk befindet sich ein Museum mit Fotos zur Geschichte des Tagebaus sowie zu verschlungenen Dörfern wie Gremmin und Golpa. Die Stiftung Industriekultur betreibt das Gelände seit 2019, ergänzt durch regelmäßige Ausstellungen, künstlerische Projekte und Bildungsprogramme.