Information
Der Bunker auf der Klobikakuer Halde bei Klobikau nahe Merseburg ist eine ehemalige militärische Anlage aus der Zeit der DDR, die mutmaßlich von den sowjetischen Streitkräften errichtet wurde. Die Anlage befindet sich auf der heutigen Klobikauer Höhe im Gebiet des ehemaligen Braunkohletagebaus Geiseltal und gilt als unvollendeter Führungs- oder Kommandobunker der sowjetischen Luftverteidigung. Nach verschiedenen Dokumentationen begann der Bau vermutlich in den 1980er Jahren und sollte als geschützter Gefechtsstand für militärische Führungsaufgaben dienen. Teilweise wird die Anlage als Typ UK-27/4 bezeichnet. Der Bunker entstand in massiver Stahlbetonbauweise und umfasst mehrere unterirdische Bereiche mit Röhren- und Verbindungssystemen. Quellen zufolge besitzt die Anlage eine Grundfläche von etwa 70 × 57 Metern sowie rund 2.900 Quadratmeter Nutzfläche auf mehreren Ebenen. Hinweise sprechen dafür, dass der Bau nie vollständig fertiggestellt oder regulär genutzt wurde, weshalb er häufig als Bunkerrohbau beschrieben wird. Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte Anfang der 1990er Jahre blieb die Anlage verlassen zurück und entwickelte sich zu einem bekannten Lost Place in Sachsen-Anhalt. Heute liegt der Bunker in unmittelbarer Nähe des Aussichtspunktes auf der Klobikauer Höhe oberhalb des Geiseltalsees. Das Gelände ist nicht offiziell erschlossen und teilweise verschlossen; zudem dienen Teile der Anlage inzwischen als Rückzugsort für Fledermäuse. Trotz zahlreicher Spekulationen über die genaue Funktion gilt ein Zusammenhang mit der sowjetischen Luftverteidigung im Raum Merseburg/Halle als wahrscheinlich.
Quellen:
22.05.2026 https://www.sachsenschiene.net/bunker/bun/bun_143.htm
22.05.2026 https://www.natura2000-lsa.de/front_content.php?idart=1353&idcat=58&lang=1