Information
Das Objekt 17/5020 war eine abgeschirmte Kurier-, Melde- und Verteilerzentrale des Nationalen Verteidigungsrates (NVR) der DDR und befand sich in einem Waldgebiet bei Bernau. Die Anlage umfasste etwa 76 Hektar und verfügte über einen Hubschrauberlandeplatz, eine kurze Start- und Landebahn sowie mehrere unterirdische Schutzbauten. Offiziell galt sie als Melde- und Verteilerzentrale des Komplexes 5000, diente jedoch wahrscheinlich der Sicherstellung des Rückzugs von Regierungsmitgliedern im Krisenfall.
Die oberirdischen Strukturen bestanden aus wenigen Funktionsgebäuden – unter anderem zwei Garagen, einem Wasserwerk, einer Wache, einem Tower und Baracken über den Stabsbunkern. Ergänzt wurden sie durch Splitterschutzdeckungen, ein Klärwerk und zwei Brunnen zur autarken Wasserversorgung. Die Baukosten beliefen sich auf rund 22 Millionen Mark der DDR, die Fertigstellung erfolgte zwischen 1984 und 1985.
Nach 1990 übernahm die Bundeswehr das Gelände vorübergehend zu Übungszwecken, gab es jedoch kurz darauf auf. Zwei der Hauptbunker wurden zu Fledermausquartieren umgenutzt, ehe ab 2008 der Rückbau begann.
Das Gelände beinhaltete mehrere verbunkerte Anlagen, darunter den Start- und Kontrollpunkt mit eigenem Notstrom- und Belüftungssystem, vier FB‑3‑Mannschaftsbunker für das Personal sowie die beiden großen Stabsbunker TO 1 und TO 2. Diese verfügten über ABC‑Schutz, begrenzte Druckwellensicherheit und eine autarke Betriebsdauer von drei Tagen. TO 3 diente als Garagenbunker. Etwa einen Kilometer nördlich befand sich der gesicherte Nahmarkierungspunkt 28.1 mit Funk- und Notstromtechnik.
Heute sind die meisten Strukturen des Objekts abgetragen, das Gelände gilt als vollständig aufgegeben.
Quelle:
13.01.2026 https://www.untergrund-brandenburg.de/Sub_Sites/Komplex_5000/Objekt_17_5020_bei_Bernau/Objekt_17_5020_bei_Bernau.php