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Das Schloss Schulzendorf im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald blickt auf eine bewegte und teils tragische Geschichte zurück. Bereits im späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle ein barockes Lustschloss, das dem Generalmajor David Gottlob von Gersdorf gehörte. Im Jahr 1718 ging das Anwesen in den Besitz von König Friedrich Wilhelm I. über und blieb über ein Jahrhundert Teil der preußischen Krongüter, bevor es 1812 an den Staatsminister Freiherr von Reck verkauft wurde.
Eine neue Blütezeit begann 1888, als der jüdische Kaufmann Moritz Israel, Mitinhaber des bekannten Berliner Kaufhauses Nathan Israel, das Rittergut erwarb. Bereits ein Jahr später ließ er das heutige Herrenhaus im Stil der Neorenaissance errichten. Das Anwesen wurde später seinem Sohn Richard Israel als Hochzeitsgeschenk überlassen und entwickelte sich zu einem repräsentativen Familiensitz.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete diese Ära abrupt: 1939 wurde die Familie Israel enteignet. Richard Israel wurde deportiert und starb 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt. Noch im selben Jahr erhielt das Schloss seinen heute markanten Turm.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte zunächst die sowjetische Kommandantur das Gebäude, später ging es in Gemeindebesitz über. Seit den 1990er Jahren steht das denkmalgeschützte Schloss weitgehend leer und verfällt zunehmend. 1993 wurde es zwar an die Erben der Familie Israel restituiert, doch eine umfassende Sanierung blieb bislang aus.
Neue Bekanntheit erlangte das Schloss als Drehort der Netflix-Serie „Das Damengambit“, in der es als fiktives Waisenhaus „Methuen Home“ diente – und so vom vergessenen Ort zum internationalen Filmmotiv wurde.
Quellen:
22.04.2026 https://www.castleholic.com/2020/04/schloss-schulzendorf.html?m=1
22.04.2026 https://en.wikipedia.org/wiki/Schloss_Schulzendorf