Wichtiger Hinweis zum Fledermausschutz
Vom 1. Oktober bis 31. März gilt die Fledermausschutzzeit.
Viele Höhlen, Stollen und Bunker dienen Fledermäusen als Winterquartier.
In dieser Zeit ist der Zugang zu solchen Orten strengstens untersagt,
um die Tiere nicht zu stören. Verstöße können zu hohen Strafen führen.
Bitte respektiere die Schutzmaßnahmen und betrete diese Orte nicht während der Schutzzeit.
Information
Beim Bunker Valentin handelt es sich um keinen klassischen Lost Place, sondern eine historische Gedenkstätte, die nur unter Beachtung der Öffnungszeiten besucht werden kann.
Der Bunker selbst entstand zwischen 1943 und 1945 als gigantisches Rüstungsprojekt des Nationalsozialistischen Deutschlands. Er zeugt von den größenwahnsinnigen Bauplänen des NS-Regimes und die grausame Ausbeutung von Kriegsgefangenen während dieser Zeit. Zunächst war der Bau einer überdeckten Werft geplant, in der Sektionen für die hochmodernen U-Boote des Typs XXI gefertigt werden sollten. Dabei handelte es sich um ein Prestigeprojekt, das den Kriegsverlauf zugunsten des Deutschen Reiches wenden sollte.
Für den Bau wurden ab 1943 Tausende Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus ganz Europa herangezogen. Ihr Alltag war durch Unterernährung, Krankheit, Gewalt und extreme körperliche Belastung geprägt. Schätzungen zufolge verloren während der Bauarbeiten mehr als 1.100 bis 1.600 Menschen ihr Leben. Mit einer Grundfläche von über 35.000 qm² zählt der Bunker Valentin zu den größten freistehenden Bunkeranlagen Deutschlands. Doch bevor das Bauvorhaben vollendet werden konnte, bereiteten alliierte Luftangriffe im Frühjahr 1945 dem Vorhaben ein Ende. Die Bomben durchschlugen die meterdicken Betondecken und verhinderten die Inbetriebnahme der Anlage.
Nach Kriegsende blieb der Bunker jahrzehntelang unbeachtet. In den 1960er Jahren nutzte die Bundesmarine Teile des Gebäudes als Materiallager, während der eigentliche Bau zunehmend verfiel. Erst 2010 wurde der Ort durch den Senat der Hansestadt Bremen und die Landeszentrale für politische Bildung zu einem Erinnerungsort umgestaltet. Am 10. November 2015 eröffnete die Gedenkstätte offiziell als Lern- und Mahnort. Heute können Geschichtsinteressierte auf einem rund 1,5 Kilometer langen Rundweg das Gelände erkunden. Ein Informationszentrum mit Ausstellung vermittelt die Geschichte des Ortes.