Information
Die Papierfabrik in Spechthausen bei Eberswalde, gegründet 1781 auf Anregung Friedrichs II., war über Jahrhunderte ein industrielles Herzstück der Region und ein international anerkannter Produzent von Wert- und Banknotenpapier. Ihre Blütezeit erlebte sie ab 1874, als sie zum exklusiven Lieferanten für das Papier der deutschen Reichskassenscheine wurde und Banknoten für zahlreiche Länder herstellte. Bekannt wurde sie auch als Herstellungsort des Papiers für die "Aktion Bernhard", die größte Geldfälscheraktion der Geschichte während des Zweiten Weltkriegs.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die zu DDR-Zeiten als VEB firmierende Fabrik von der Treuhandanstalt privatisiert, konnte aber gegen die globale Konkurrenz nicht bestehen. Fehlende Investitionen in die veraltete Technik führten zur Insolvenz und Mitte der 1990er Jahre zur endgültigen Schließung, was den Verlust hunderter Arbeitsplätze bedeutete.
Seitdem ist das weitläufige Gelände zu einem "Lost Place" verkommen, geprägt von Verfall, Vandalismus und Bränden. Zahlreiche Pläne zur Wiederbelebung als Wohn- oder Gewerbepark scheiterten an den hohen Kosten und den Auflagen des Denkmalschutzes. Aktuell verfolgt die Stadt Eberswalde das Ziel, das Areal zu beräumen und für eine neue gewerbliche Nutzung zu erschließen. Ein Bebauungsplan sieht den Abriss der meisten Gebäude vor, um den historisch bedeutsamen Standort nach Jahrzehnten des Stillstands wiederzubeleben.
Quellen:
19.11.2025 - https://de.wikipedia.org/wiki/Spechthausen
19.11.2025 - https://www.schorfheide.de/images/bilder/region/finowkanal/Eberswalde-Broschuere-Industriekultur-Webversion2.pdf