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Versteckt im Sottersbachtal bei Herdorf liegt die ehemalige Grube San Fernando – ein Ort, an dem Geschichte, Technik und Verfall aufeinandertreffen. Gegründet 1855 vom Bergmann Wilhelm Hähner, der zuvor in Südamerika tätig war, erhielt die Grube ihren ungewöhnlichen Namen in Erinnerung an „San Fernando“. Später übernahm H. D. F. Schneider, Gründer der Friedrichshütte, den Ausbau.
Über fast ein Jahrhundert wurde hier Eisenerz gefördert. Anfangs oberflächennah, später über Schächte, die bis auf über 1000 Meter Tiefe reichten. In Spitzenzeiten lieferte die Grube rund 70.000 Tonnen Erz pro Jahr. Die 1920er brachten moderne Aufbereitung und Röstöfen – das veredelte Erz rollte auf einer Schmalspurbahn durch das Tal in die Hütten von Herdorf.
Doch die Blütezeit endete langsam: Nach dem Krieg in Verbund mit der Grube Wolf betrieben, konnte San Fernando gegen billig importiertes Erz nicht bestehen. Am 14. Februar 1962 fiel der letzte Schlag – die Stilllegung war besiegelt.
Heute wirken die Überreste fast gespenstisch. Zwischen Bäumen und Gestrüpp ragen Mauern der Erzaufbereitung auf, ein Maschinenhaus erinnert an die Kraft, die hier einst arbeitete. Rost, Moos und der Geruch von feuchtem Gestein erzählen von Jahrzehnten ohne Nutzung. Vieles ist bereits verschwunden, manches steht noch wie eingefroren in der Zeit.
Für Lost-Place-Fans ist San Fernando ein eindrucksvolles Relikt: ein Ort, an dem man die vergangene Größe des Siegerländer Bergbaus noch erahnen kann – bevor auch diese letzten Spuren endgültig verfallen.