Information
Der ehemalige Heinsberger Tunnel der Eisenbahnstrecke Altenhundem–Birkelbach ist ein bedeutendes Relikt der Industrie- und Verkehrsgeschichte im Sauerland und zählt heute zu den bekanntesten Lost Places der Region. Der Bau begann am 28. Juli 1911 und führte die Arbeiter durch massives Felsgestein. Nach über einem Jahr Bauzeit trafen sich die Bautrupps im Dezember 1912 exakt in der Tunnelmitte – eine beachtliche ingenieurtechnische Leistung. 1914 wurde der 1.303 Meter lange Tunnel eröffnet und verband fortan das Hundemtal mit dem Wittgensteiner Land.
Während des Zweiten Weltkriegs rückte die Anlage erneut in den Fokus. Unter dem geheimen Decknamen „Projekt Taucher“ war geplant, den Tunnel als bombensichere Produktions- oder Lagerstätte zu nutzen. Es existieren Hinweise darauf, dass hier Bauteile der V2-Rakete gefertigt oder zwischengelagert werden sollten, um sie vor alliierten Luftangriffen zu schützen. Zum Kriegsende 1945 sprengten deutsche Truppen beide Tunneleingänge, um den Vormarsch der Alliierten zu verzögern. Damit endete auch endgültig der Bahnbetrieb auf dieser Strecke.
Heute ist der Tunnel ein Ort, an dem Geschichte, Natur und Verfall aufeinandertreffen. Das konstante kühle und feuchte Klima macht ihn zu einem der wichtigsten Winterquartiere für Fledermäuse in Nordrhein-Westfalen, weshalb der Zugang stark eingeschränkt ist. Unmittelbar vor dem Tunnel befindet sich zudem das Krenkelbachaquädukt, ein eindrucksvolles technisches Denkmal und beliebtes Fotomotiv. Trotz wiederkehrender Pläne zur Nutzung als Radweg verhindern hohe Kosten und strenge Artenschutzauflagen bislang eine öffentliche Erschließung.
Quellen:
11.02.2026 https://de.wikipedia.org/wiki/Heinsberger_Tunnel#:~:text=Table_content:%20header:%20%7C%20Heinsberger%20Tunnel%20%7C%.
11.02.2026 https://www.wp.de/lokales/kreis-olpe/article406723920/duestere-geschichte-die-geheimnisse-des-heinsberger