Information
Die AFüSt (Ausweichführungsstelle) der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BV MfS) Berlin in Werneuchen war ein spezieller Bunker des MfS, der als alternative Führungsstelle im Krisenfall diente. Der Bunker lag in einem bewaldeten Gebiet östlich von Berlin und wurde durch eine Tarnung als Ferienanlage für den Sportverein SV Dynamo verschleiert. Die Anlage bestand aus mehreren Gebäuden, darunter Wohnbaracken, Garagen und einem Kommandantenwohnhaus, das über einen etwa 100 Meter langen Tunnel mit dem eigentlichen Schutzbunker verbunden war.
Der Bunker war als Typ 1/15/V2c bekannt und wurde zwischen 1971 und 1973 gebaut. Er hatte eine hohe Schutzklasse (D) mit starker Bewehrung, einer eigenen Energieversorgung sowie Luftfiltern und war für einen autonomen Betrieb von 6 bis 8 Tagen ausgelegt. Nach dem Ende der DDR wurde der Bunker zeitweise als Asylbewerberheim genutzt und später aufgegeben. Heute ist der Komplex überwiegend verfallen und gilt als Lost Place.
Diese Ausweichführungsstelle diente dazu, bei außergewöhnlichen Ereignissen wie einem Krieg oder inneren Unruhen die Führungsfunktionen der Bezirksverwaltung des MfS aufrechtzuerhalten, um eine Kontrolle und Steuerung der Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten.