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Das Komplexlager wurde im Zweiten Weltkrieg von der NS-Diktatur angelegt, um Flugzeugkomponenten zu produzieren. Die Produktion des "Projektes Malachit" sollte unter Tage erfolgen, sodass sie vor alliierten Bombenangriffen geschützt war.
Tausende Zwangsarbeiter, von denen viele aus Konzentrationslagern stammten, mussten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Sie sprengten das Gestein mit bloßen Händen und ohne Schutzkleidung. Unter diesen Bedingungen starben viele innerhalb weniger Wochen.
Das Vorhaben blieb unvollendet. Es wurde nie ein Teil produziert. Nach dem Krieg wurde der Stollen vergessen. Erst Jahrzehnte später wurde er im Kalten Krieg wieder genutzt. Die NVA baute den Stollen zu einer unterirdischen Militäranlage um und bezeichnete ihn als „Komplexlager 12“, worunter er bis heute bekannt ist. Im Stollensystem lagerten Munition, Kleidung und Ausrüstungsmaterial. Außerdem verfügte er über eine Bahnanbindung und Kommandozentrale, sowie Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung und Entgiftung.
Nach der Wende verlor die Anlage an Bedeutung. Stattdessen wurden dort von der KfW rund 620 Millionen Banknoten der ehemaligen DDR versenkt und anschließend hinter meterdicken Betonwänden verschlossen. Das Geld sollte so ungesehen verrotten. Jedoch entdeckten 2001 Einbrecher das Versteck. Tausende der alten Geldscheine tauchten plötzlich auf dem Sammlermarkt auf, die vorher nie im Umlauf waren.
Als Reaktion begann die KfW mit der Bergung und Vernichtung der Banknoten. Dieser radikale Schritt diente dazu Spekulationen und erneute illegale Zugriffe zu verhindern. Die Betonwand wurde eingerissen, das Geld mittels Förderbänder und Sieben sortiert und anschließend verbrannt. Zwischenzeitlich sollten auf dem Gelände Luxusbunker entstehen.
Quellen:
2025-12-08 https://www.spiegel.de/geschichte/vergessene-orte-a-946505.html
2025-12-08 https://www.mz.de/deutschland-und-welt/wirtschaft/milliardengrab-komplexlager-12-ddr-geld-verrottet-einfach-nicht-2025945