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Die U-Verlagerung Rump in Hagen war eine unterirdische Verlagerung, die im August 1944 begann. Sie wurde aus einem Verbindungstollen zwischen zwei Tagebauen der Hagener Dolomit-Werke umgebaut, um als bombensichere Produktionsstätte für die Firma Apparatebau Killing zu dienen. Diese Firma war ein wichtiger Kriegslieferant und sollte dort vor allem Rundkörper für Bomben und Granaten sowie Hochdruckleitungen für U-Boote, Bergwerke und chemische Fabriken herstellen.
Die Bauarbeiten wurden von der Baugesellschaft Reiss ausgeführt, die von der Organisation Todt finanziert wurde. Viele Arbeiten blieben jedoch unvollendet, da die Produktion stattdessen in eine größere Stollenanlage mit dem Decknamen Buntkupfer verlegt wurde. Die Arbeiten an der U-Verlagerung Rump wurden im Dezember 1944 eingestellt. Der ca. 500 Meter lange Stollen war später für die Einlagerung von Stadtakten vorgesehen, was aber wegen der Feuchtigkeit nicht umgesetzt wurde. Anwohner nutzten den Stollen während des Kriegs als Luftschutzraum.
Heute ist der Stollen ein bekannter Lost Place, der von vielen Urbexern besucht wird. Hinweise auf die Nutzung der Anlage sind noch an elektrischen Einrichtungen und weiteren Zeitzeugen im Stollen sichtbar.
Die U-Verlagerung Rump ist ein Beispiel für die umfangreichen und geheimen unterirdischen Produktionsverlagerungen im Zweiten Weltkrieg, die der Bombensicherheit und kriegswichtigen Fertigung dienten.