Information
Der Medingschacht im Silbernaal bei Bad Grund ist ein bedeutendes Relikt des Harzer Bergbaus und zeugt von der langen Geschichte der Erzförderung in dieser Region. Der Schacht wurde 1829 abgeteuft und war Teil der Grube Bergwerkswohlfahrt, die seit 1822 in Betrieb war und zur Preußischen Bergwerks- und Hüttengesellschaft gehörte. Benannt ist der Schacht nach dem hannoverschen Minister Friedrich Anton von Meding. Die Grube lag im östlichen Gangzug des „Silbernaal“, welcher auch "Silberner Nagel" genannt wurde und war vor allem für die Förderung von Blei und Zink-Erzen bekannt.
Im Jahr 1902 wurde hier die erste elektrische Fördermaschine im Harz installiert, ein technisches Highlight der Zeit. Diese Maschine befindet sich heute im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum. Mit der Erschöpfung der Erzvorkommen wurde der Medingschacht 1967 stillgelegt und bis zu einer Betonbühne in etwa 150 Metern Tiefe verfüllt.
Heute sind vom Medingschacht selbst nur noch Teile sichtbar, das Gelände befindet sich jedoch in Privatbesitz und ist nicht begehbar. Im angrenzenden Waldstück auf der linken Seite des Schachtes befinden sich hingegen mehrere frei zugängliche Bergbaurelikte, darunter Reste der Erzaufbereitung und kleinerer Bergbauanlagen. Diese Zeugnisse der industriellen Vergangenheit lassen sich erkunden und geben einen Einblick in die Arbeitsweise des historischen Bergbaus im Harz.