Burgruine Lehrbach inkl Kapelle
Information
Die Burgruine Lehrbach bei Kirtorf im Vogelsbergkreis in Hessen wurde vermutlich um 1180 erbaut und war der Stammsitz der Grafen von Lehrbach. Die Burg lag strategisch günstig an einem Bachlauf und war eine Niederungsburg, umgeben von einem Wassergraben. Im Jahr 1349 gingen die Herren von Lehrbach als Lehnsträger an die Landgrafen von Hessen über. Ab 1550 wurde die Burg nur noch selten bewohnt und anschließend im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) zerstört.
Im 18. und 19. Jahrhundert verfiel die Anlage zunehmend. 1901 erfolgte eine Restaurierung der Ruine, die heute noch den dreigeschossigen Palas, Reste der Ringmauer und den Eingangsbereich zeigt. Die Ruine liegt am Ortsrand von Lehrbach, einem Stadtteil von Kirtorf.
Neben der Burgruine befindet sich in Lehrbach eine kleine Kapelle, der Chorraum der ehemaligen Kirche. Die heutige Kirche wurde 1896 im neugotischen Stil erbaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand auf dem Gelände des ehemaligen Guts ein neues Herrenhaus, das Schloss Lehrbach, errichtet von Freiherr Max von Günderode.
Die Herren von Lehrbach leisteten Burgmannsdienste für das Reichsstift Fulda und die Landgrafen von Hessen, hatten seit 1627 auch weibliche Erbberechtigte und gehörten zu den bedeutenden Adelsfamilien der Region. Das Lehen verblieb bis zum Aussterben der Familie im Jahr 1862.
Lehrbach ist heute ein ruhiger Ort mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern, umgeben von reichhaltiger Natur. Die Burgruine sowie die Kapelle sind öffentlich zugänglich und erinnern an die mittelalterliche Geschichte und den Adelssitz, der die Region über Jahrhunderte prägte.