Information
Versteckt im weitläufigen Waldgebiet des Zeitzer Forstes bei Wetterzeube liegt, das ehemalige Paul-Wegmann-Kinderheim. Die abgelegene Anlage erzählt ein kaum bekanntes Kapitel der regionalen Sozialgeschichte und steht zugleich für den Wandel der Kinder- und Jugendhilfe im 20. Jahrhundert.
Benannt wurde die Einrichtung nach Paul Wegmann (1889–1945), einem deutschen Politiker, Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Wegmann war politisch in der Region Zeitz tätig, wurde während der NS-Zeit verfolgt und starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Mit seinem Namen sollte die Einrichtung an eine Persönlichkeit erinnern, die für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliches Engagement stand.
Die Entstehung des Kinderheims wird in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts eingeordnet. Die Lage mitten im Grünen entsprach den damaligen Vorstellungen von Erholung, Betreuung und gesundheitlicher Förderung von Kindern. Abseits der Städte bot der Standort im Wald eine ruhige Umgebung, die für Kindererholungsheime und ähnliche Einrichtungen dieser Zeit typisch war.
Um das ehemalige Heim ranken sich zahlreiche Geschichten und Gerüchte. Berichte über besondere Vorkommnisse oder ungewöhnliche Nutzungen gehören zur lokalen Überlieferung, sind jedoch nicht immer durch historische Quellen belegt. Die ehemalige Kindererholungseinrichtung wurde wohl zeitweise durch sowjetische Streitkräfte genutzt. Über die genaue militärische Verwendung liegen bislang nur wenige öffentlich zugängliche Dokumente vor.
Heute steht das Paul-Wegmann-Kinderheim in Wetterzeube als stilles Zeugnis einer vergangenen Epoche. Das ehemalige Kinderheim im Zeitzer Forst ist damit mehr als ein verlassener Gebäudekomplex.
Quellen:
2026.07.27 https://www.mz.de/lokal/zeitz/paul-wegmann-schule-wird-bildungscampus-wer-der-mensch-hinter-dem-namen-war-1504806
2026.07.27 https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenbanken/biographische-datenbanken/paul-wegmann
2026.07.27 https://www.verlassenes.de/heim