Information
Die Pelzfabrik Petzold wurde ursprünglich 1879 von Adolf Petzold in Leipzig gegründet und entwickelte sich zu einem rentablen Pelzveredelungsbetrieb. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Betrieb in Ihringshausen neu aufgebaut. Die Maschinen und Anlagen wurden aus Leipzig in die bestehenden Fabrikanlagen überführt und im Herbst 1946 begann die Produktion. Ab den 1950er Jahren beschäftigte die Firma zeitweise über 250 Menschen und verarbeitete unter anderem auch Zebrafelle zur modischen Pelzbekleidung, die damals als Statussymbol galt.
Der wirtschaftliche Niedergang setzte in den 1970er-Jahren ein. Der Pelz kam aus der Mode und gleichzeitig sah sich das Unternehmen mit rechtlichen Problemen wie Schadensersatzforderungen konfrontiert, da bei der Produktion ein schädlicher Gerbstoff verwendet wurde. Bis heute ist das gesamte Gelände schwer mit Schadstoffen belastet. 1976 meldete die Fabrik Konkurs an und stellte die Produktion ein. Ein Anschlussbetrieb führte die Aktivitäten noch zehn Jahre fort, bis die Produktion endgültig zum Erliegen kam.
Bereits seit den 1990er-Jahren läuft auf dem Gelände eine umfangreiche Altlastensanierung. Die Behörden und spezialisierte Firmen arbeiten im Auftrag des Regierungspräsidiums an der Dekontamination. Umfangreiche Maßnahmen wie der Einsatz von Bodenluftabsauganlagen und Grundwasserreinigungen sollen die Schadstoffe entfernen oder neutralisieren. Die Sanierungsarbeiten sind komplex und dauern bereits Jahrzehnte an.
Der Landkreis Kassel sucht seit Jahren nach Investoren, da das Gelände durch die attraktive Lage vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Die unklaren Eigentumsverhältnisse und Schadstoffbelastungen erschweren die Situation jedoch erheblich. Daher ist es fraglich, ob Pläne zur Nachnutzung realisiert werden.
Quellen:
12.01.2026 https://www.hna.de/lokales/kreis-kassel/zebrafellen-wurden-pelze-2601804.html
12.01.2026 https://www.hna.de/lokales/kreis-kassel/fuldatal-ort83863/investor-fuer-pelzfabrik-gesucht-90045681.html