Wichtiger Hinweis zum Fledermausschutz
Vom 1. Oktober bis 31. März gilt die Fledermausschutzzeit.
Viele Höhlen, Stollen und Bunker dienen Fledermäusen als Winterquartier.
In dieser Zeit ist der Zugang zu solchen Orten strengstens untersagt,
um die Tiere nicht zu stören. Verstöße können zu hohen Strafen führen.
Bitte respektiere die Schutzmaßnahmen und betrete diese Orte nicht während der Schutzzeit.
Information
Das südöstlich von Berlin gelegene Bunkerprojekt des Ministeriums für Staatssicherheit war eines der modernsten und letzten Schutzbauwerke der DDR. Auf einem idyllisch am See gelegenen Gelände entstand ab 1981 ein als Ferienobjekt getarntes Bauvorhaben mit mehreren Gebäuden, darunter Gästehäuser, ein Heizhaus mit Garage sowie ein Mehrzweckgebäude mit Küche, Speisesaal und technischer Ausstattung wie Sauna, Klimageräten und Fußbodenheizung. Im Keller dieses Gebäudes befand sich bereits eine mögliche Kegelbahn, die zugleich als Schutzraum dienen konnte. Hinter der Anlage führte eine einfache Leichtbaugarage zu einem 65 Meter langen Zugangstunnel, der in den eigentlichen Bunker mündete, der nach dem Typ 1/15/V2 errichtet wurde.
Der Bunker selbst bestand aus zwei Flügeln und einem Verbindungsgang. Während der linke Teil nahezu dem Standardtyp entsprach – mit eingebauten Drucktüren, Tank- und Wasserversorgung sowie rudimentärer Beleuchtung – zeigte der rechte Flügel deutliche Unregelmäßigkeiten wie fehlende Wände, verkürzte Tunnelabschnitte und provisorische Stahlrahmen. Rund um die Anlage befanden sich mehrere Schächte für Belüftung, Tankanlagen, Abwasser und den geplanten Antennenzugang.
Das Projekt erhielt zunächst die Tarnbezeichnung „MZO Waldlager“, später „RD 85“, und diente als geplante Ausweichführungsstelle der Verwaltung Rückwärtige Dienste (VRD) des MfS. Die Baukosten beliefen sich auf rund 13 Millionen Mark, wovon 8 Millionen auf das Schutzbauwerk entfielen. Das Vorhaben war in drei Phasen (1981–1987) gegliedert, verzögerte sich jedoch um zwei Jahre. Zum Gesamtkomplex gehörten 18 Teilobjekte, darunter Wohnhäuser, Technikgebäude, Straßen- und Kanalnetze sowie Versorgungsanlagen. Das Bauwerk blieb unvollendet, zeigt aber eindrucksvoll die Ambitionen und Tarnstrategien des MfS im Kalten Krieg.
Quelle:
19.01.2026 https://www.untergrund-brandenburg.de/Sub_Sites/MfS-MdI/AFueSt_Lager_der_VRD/AFueSt_Lager_der_VRD.php