Information
Die „Fabrik Hahn“ in Göttingen war das große jüdische Familienunternehmen der Familie Hahn, das sich vom Fell‑ und Darmhandel zu einer modernen Leder‑ und Schuhfabrik (Marke „Gallus“) entwickelte und in der NS‑Zeit enteignet und zerschlagen wurde. Sie gilt heute in Göttingen als zentrales Beispiel für die Geschichte jüdischer Unternehmer, ihre Bedeutung für die Stadt und ihre Verfolgung durch Boykott, „Arisierung“ und Vertreibung.
Aus dem Handelsgeschäft entstand bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein großer Betrieb für Häute, Leder und später Schuhe, seit 1912 ein etwa 16.000‑m²‑Fabrik Gelände.
1926 gründete Max Raphael Hahn die Gallus‑Schuhfabrik GmbH, deren Marke „Gallus“ (lateinisch für „Hahn“) mit handwerklicher Qualität und moderner Werbung überregional erfolgreich wurde.
Die Betriebe der Familie Hahn wurden in mehreren Schritten „arisiert“: Die Schuhfabrik wurde in einem Liquidationsverfahren bis 1939 aufgegeben, das große Industriegrundstück an der Weender Landstraße und andere Immobilien gingen ab 1940/41 an nichtjüdische Firmen über.
Später wurde das Gelände durch die Deutschen Bahn für die Herstellung/Reparatur von Lampen und Signalanlagen genutzt, wovon noch einiges zu sehen ist.
Unzählige Maschinen zeugen von der unterschiedlichen Nutzung des Geländes.
Heute scheint es ein Spekulationsobjekt zu sein, da es vermutlich den Nachfahren der Familie Hahn gehört. Die Gebäude werden immer wieder verschlossen und das Gelände wirkt ansatzweise gepflegt, die Villa steht unter Denkmalschutz.
Quellen
13.01.2026 https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Raphael_Hahn
13.01.2026 https://www.deutsche-gesellschaft-ev.de/veranstaltungen/bildungsangebote/1458-2021-forschungsprojekt-die-juedische-familie-hahn.html