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Am südlichen Stadtrand Düsseldorfs lässt sich ein riesiges Grundstück finden, welches als Erbe der Industrialisierung ein Zeitzeuge vergangener Zeiten bleibt und gleichzeitig den sektoralen Wirtschaftswechsel Deutschlands verdeutlicht.
Denn das 150.000 Quadratmeter große Fabrikgelände war einst der wirtschaftliche Antrieb der Gegend, schließlich befand sich hier ein riesiges Stahlwerk der Firma ThyssenKrupp.
In diesem Kaltwalzwerk wurden vor allem Rohre und Bleche aus Edelmetallen hergestellt, wofür viele Mitarbeitende benötigt wurden.
Doch durch den Rückgang der Schwerindustrie in Deutschland und dem Ausverkauf ins Ausland rentierte sich auch die Firma nicht mehr, weshalb 2010 bekanntgegeben wurde, dass das Werk mitsamt seiner 565 Mitarbeiter bis zum Jahresende 2015 den Betrieb einstellen wird.
Tatsächlich endete die Produktion erst 2017 vollständig, viele Mitarbeitende wurden jedoch ins Werk in Krefeld übertragen, wodurch der Verlust vieler Arbeitsplätze verhindert wurde.
Somit endete die Stahlproduktion in Benrath, die ab 1879 so maßgeblich für den Stadtteil war wie kein anderer Sektor.
Historisch erwähnenswert ist noch, dass während des Zweiten Weltkriegs ca. 250 Zwangsarbeiter für den Betrieb arbeiten mussten, da ThyssenKrupp mit dem NS-Regime kollaboriert hat, um sich wirtschaftliche Vorteile zu sichern.
Heute ist das Gelände kameraüberwacht und der Abriss der riesigen Fabrikhallen geplant. Eine Investorengruppe hat das Gelände gekauft und plant hier den Neubau eines Wohngebiets mit vereinzeltem Gewerbe. Die Umsetzung dieser ambitionierten Idee lässt aber noch auf sich warten.
Quellen:
02.06.2026 https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-benrath-gelaende-von-ehemaligem-stahlwerk-fuer-100-millionen-euro-verkauft_aid-38642175
02.06.2026 https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/thyssenkrupp-schliesst-walzwerk-in-benrath_aid-31114663
02.06.2026 https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/benrath/stahl-in-benrath-von-1876-bis-heute_aid-18330895