Information
Das Schloss Thierbach, das einst prachtvoll glänzte und heute als Ruine von vergangener Zeit erzählt, zeigt den Wandel von herrschaftlicher Pracht zu Verfall. Es ist ein wichtiges Mahnmal für Architektur und Zeitgeist.
Architekt Constantin Lipsius entwarf das Gebäude 1887 als herrschaftliches Wohnhaus, im Auftrag der Familie von Auenmüller. Er setzte auf charakteristische Volutengiebel und aufwendige Sandsteingliederungen. Du erkennst heute noch die Reste der aufwendigen Fassaden und den markanten Nordostturm. Ein englischer Landschaftsgarten umgab ursprünglich das herrschaftliche Haus und beherbergt noch heute alte Solitärbäume. Trotz des Verfalls bleibt die Anlage ein bedeutendes Kulturdenkmal für Sachsen. Das Schloss verkörpert den späten Historismus und orientierte sich an Vorbildern der deutschen Renaissance. Massive Umfassungswände aus Bruchstein und Ziegelmauerwerk prägen das Bild der heutigen Ruine. Die quadratische Grundstruktur des Schlosshofes ist in alten Karten exakt dokumentiert.
Das Rittergut blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1451 besaß die Familie von Zehmen das Anwesen. Später folgten die Familien von Krosigk und von Helldorff. Letztere hielt das Gut über Generationen bis zur Enteignung im Jahr 1945.
In der Zeit der DDR nutzten die Menschen das Gebäude für verschiedene öffentliche Zwecke. Es diente zunächst als Unterkunft für Flüchtlinge, später als Fachschule für Landwirtschaft und schließlich als Altenheim. Um die Jahrtausendwende erfolgte ein Teilabriss wesentlicher Teile aufgrund von Baufälligkeit.
Quellen:
2026-02-27 https://sachsens-schloesser.de/kitzscher-schloss-thierbach/
2026-02-27 https://hov.isgv.de/Thierbach_(1)
2026-02-27 https://kitzscher.de/stadt/ueber-uns/ortsteile